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Das vergessene Leid der Frauen in Nordkorea
Das vergessene Leid der Frauen in Nordkorea
( Link zum Originalbild | Urheber: Roman Harak | Flickr.com | CC BY-SA 2.0)

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard

Guten Morgen,

rüstet er ab oder nicht? Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un und seine Atompolitik sorgen seit Monaten mit wechselnden Signalen für Schlagzeilen. Das Zusammentreffen mit US-Präsident Donald Trump war ein globales Medienereignis; nun soll es ein zweites Treffen der beiden geben. Erstmals seit Jahren gab es zuletzt auch wieder Familienzusammenführungen zwischen Nord- und Südkorea; bald soll sogar ein gemeinsames Verbindungsbüro der beiden koreanischen Staaten eröffnen.

Die Zeichen stehen scheinbar also auf Entspannung. Was jedoch sowohl amerikanische wie auch südkoreanische Vertreter bislang weitgehend ausblenden im Umgang mit Kims Regime ist die Menschenrechtslage in dem kommunistischen Staat. Wir empfehlen heute einen Artikel, der die Situation von Frauen in Nordkorea beleuchtet. Hyun-Joo Lim, die als Dozentin an der Bournemouth University im Süden Englands arbeitet, hat im Rahmen ihrer Forschungsarbeit mehrere Männer und Frauen interviewt, die Nordkorea verlassen konnten und über die Lage in dem weitgehend abgeschotteten Land berichteten. Erkenntnisse aus den Gesprächen schildert sich auf dem Portal THE CONVERSATION. Demnach könne von Gleichberechtigung der Geschlechter keine Rede sein; häusliche Gewalt gegen Frauen sei verbreitet und bleibe oft ungeahndet. Dabei müssten die Frauen oft als de-facto-Ernährerinnen der Familie Nahrungsmittel auf dem Schwarzmarkt besorgen.

Besonders im Militär, so schildert Hyun-Joo Lim, werde die Ungleichheit der Geschlechter deutlich. Machtmissbrauch der männlichen Vorgesetzten und sexuelle Übergriffe seien an der Tagesordnung. Die Zugehörigkeit zur Armee sei aber enorm wichtig für die gesellschaftliche Stellung, da sie mit der Mitgliedschaft in der herrschenden Kommunistischen Partei verknüpft ist. Darum schweigen die Frauen und greifen bei ungewollten Schwangerschaften sogar zu gefährlichen Methoden der Abtreibung, wie der Soziologin in Gesprächen berichtet wurde.
Eine Verbesserung der Situation sei, trotz aller medienwirksamen Verhandlungen, nicht in Sicht:

„It seems North Korea’s women are still trapped not only in systemic poverty, but in a deep-seated structure of gender inequality. Hence, we should not forget about the suffering of ordinary women inside the DPRK, hidden behind the glaring headlines of sweet smiles and big hugs between leaders.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Frank Kaltofen
Kommt aus:Immer Thüringer gewesen, jetzt in Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteur in verschiedenen Kontexten
Was Sie noch wissen sollten:Studierter Politikwissenschaftler und jetzt Schreiberling. Interessiert an Menschen und ihren Geschichten. Schreibt seit 2007, am liebsten über Kulturelles & Zeitgeschichtliches.
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