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Wir brauchen mehr Frauen an der Wall Street
Wir brauchen mehr Frauen an der Wall Street

Das Argument in Kürze:

Mit einem höheren Frauenanteil an der Wall Street hätte die Finanzkrise 2008 verhindert werden können. So argumentiert Jay Newton-Small auf der Webseite FORTUNE.COM. Denn das Kernproblem der Finanzkrise sei, dass Bänker unverantwortliche Risiken eingegangen sind. Und Frauen seien hormonbedingt weniger risikobereit als Männer, so die Autorin.

Die Annahme: Frauen wollen Kooperation statt Wettbewerb

Newton-Smalls Beitrag auf der Webseite FORTUNE.COM ist eigentlich eine Passage aus ihrem Buch: „Broad Influence: How Women Are Changing the Way America Works“. Darin argumentiert die Autorin mit Erkenntnissen aus der Neurowissenschaft: Demnach gibt es eine Verbindung zwischen Testosteron und Risikobereitschaft. Weil Männer einen höheren Testosteronspiegel haben als Frauen, sind sie risikofreudiger – so die Annahme.

Newton-Small zitiert mehrere Studien, um ihre These zu belegen: Unter anderem eine von 2009, bei der Forscher der Universität Hannover 649 Manager aus den USA, Deutschland, Italien und Thailand betrachtet haben. Das Ergebnis: Die weiblichen Manager gehen nicht so sehr nach dem „Kill-or-be-killed“-Prinzip vor und legen weniger Wert auf Wettbewerb als Männer. Eine andere Studie, die die Autorin zitiert, hat herausgefunden: Stattdessen setzen Frauen eher auf Kooperation.

Im Text zitiert die Autorin auch Christine Lagarde, die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF). Die habe gesagt, sie glaube, dass Frauen auf den Finanzmärkten eine andere Herangehensweise hätten. Deshalb fordert Lagarde, dass mehr Frauen an die Wall Street sollen. Das sei aus zwei Gründen eine gute Idee:

  • Gäbe es mehr Frauen an der Wall Street, würden zum einen die Frauen selbst Aufgaben übernehmen und weniger risikobereit ausführen.
  • Zum anderen sinke auch der Testosteronspiegel bei Männern, wenn mehr Frauen im Raum seien.

Dass die Finanzkrise durch das Eingehen zu hoher Risiken zustande gekommen ist, ist für Newton-Small unbestreitbar.

„In the immediate aftermath of the global financial crisis, a panel of high-powered bankers gathered at the World Economic Forum in Davos, Switzerland, and debated whether, if Lehman Brothers had been Lehman Sisters, the investment giant would still have failed. In the end, they agreed, Lehman Sisters would’ve made much less money during boom times but would probably still be around today.“

Der Beitrag wird empfohlen von: Nadja Tausche

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Wer steckt dahinter?

Jay Newton-Small
Kommt aus:USA
Arbeitet für/als:Washington-Korrespondentin des TIME-Magazine
Was Sie noch wissen sollten:Newton-Small schreibt außerdem für die Bloomberg News und AFP und ist Buchautorin. Sie hat die Plattform memory-well.com mitgegründet, auf der man die Lebensgeschichte eines Menschen im Storytelling-Format darstellen kann.
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