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Darum geht es bei der Wahl in Schweden
Darum geht es bei der Wahl in Schweden

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard

Guten Morgen,

für gewöhnlich spielen die skandinavischen Länder in der deutschen Medienberichterstattung keine große Rolle, wenn man von Ausnahmen wie den verheerenden Waldbränden in diesem Sommer absieht. Hier war immerhin eines der liebsten Urlaubsländer der Deutschen betroffen: Schweden. Doch die schwedische Politik schafft es hierzulande nur selten auf die journalistische Agenda.

Das ändert sich derzeit im Zuge der anstehenden Parlamentswahl: Der schwedische Reichstag (riksdag) wird am Sonntag neu gewählt. Lange Jahre galt es als ausgemacht, dass die Sozialdemokraten stärkste Kraft im schwedischen Parlament sind. Doch nach dieser Wahl könnte es anders aussehen, denn die rechtspopulistischen Schwedendemokraten (SD), die 2014 mit einem eindrucksvollen Ergebnis zur drittstärksten Kraft im Parlament aufgestiegen waren, verzeichnen in Umfragen massive Zuwächse.

Bisher waren Rechtspopulisten in Schweden – anders als in anderen Ländern Skandinaviens – eher marginalisiert. Einige machen genau das als Grund für ihren Aufstieg aus: Die Themen Integration und Zuwanderung seien von der Regierung, aber auch von anderen Parteien zu lang vernachlässigt worden. Inzwischen aber sind alle Parteien gezwungen, hierzu klar Position zu beziehen, was zu einer starken Polarisierung im politischen Wettbewerb geführt hat. Vielen gilt darum das Thema Migration vor diesem Sonntag als wahlentscheidend.

Wir empfehlen heute einen Beitrag der Politikwissenschaftlerin Anamaria Dutceac Segesten von der Universität Lund, die eine breitere Analyse bietet. Auf der Onlineplattform THE CONVERSATION argumentiert sie, eigentlich gehe es bei der Wahl nicht bloß um kurzfristige Fragen der Asyl- und Migrationspolitik. Vielmehr stelle sich die Frage nach der zukünftigen Finanzierbarkeit des in Schweden so hochgeschätzten Sozialstaates:

„The biggest issue of this (and coming) elections will really be the future of the welfare state. Parties must either find creative solutions to finance public services – or propose cutting some of them.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit, unter anderem zu Rechtspopulismus in Europa.

Wer steckt dahinter?

Frank Kaltofen
Kommt aus:Immer Thüringer gewesen, jetzt in Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteur in verschiedenen Kontexten
Was Sie noch wissen sollten:Studierter Politikwissenschaftler und jetzt Schreiberling. Interessiert an Menschen und ihren Geschichten. Schreibt seit 2007, am liebsten über Kulturelles & Zeitgeschichtliches.
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