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Haft für kritische Journalisten in Myanmar – doch auch in Europa steht es schlecht um die Pressefreiheit
Haft für kritische Journalisten in Myanmar – doch auch in Europa steht es schlecht um die Pressefreiheit
Link zum Originalbild | Urheber: Karl-Ludwig Poggemann | Flickr.com | CC BY-SA 2.0

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard

Guten Morgen,
In Myanmar sind zwei Reuters-Journalisten zu sieben Jahren Haft verurteilt wurden – wegen „Geheimnisverrats“. Sie hatten zu Morden an zehn Rohingya-Männern recherchiert. Beide hatten fest mit einem Freispruch gerechnet. Doch auf kritische Journalisten reagiere das Militär in Myanmar „allergisch“, wie ein Human Rights Watch-Aktivist erklärte. In den USA regiert währenddessen ein Präsident, der kritische Berichte größtenteils als „Fake News“ abstreitet sowie Journalisten als „Volksfeinde“ und „Lügner“ diffamiert und so Misstrauen in die Medien schürt. In der Türkei sitzen mehr professionelle Journalisten im Gefängnis als in jedem anderen Land der Welt.

Doch um Probleme mit der Pressefreiheit zu finden, muss man Europa nicht verlassen. In Malta wurde die Investigativjournalistin Daphne Caruana Galizia umgebracht, sie wurde Opfer des engen Geflechtes aus Politik, Justiz und Wirtschaft in dem EU-Land. Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG hat in Kooperation mit verschiedenen internationalen Medien die Hintergründe zu ihrem Tod recherchiert. Und auch in Deutschland werden Journalisten bei ihrer Arbeit behindert und angegriffen, beispielsweise bei den Protesten gegen den G20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017. Auch während der Proteste der letzten Tage in Chemnitz wurden zahlreiche Journalisten gewaltsam angegriffen, geschlagen und geschubst. Die Demonstranten haben auch mehrere Kameras zerstört.

Ein Blick auf „Rangliste der Pressefreiheit“, die REPORTER OHNE GRENZEN jedes Jahr veröffentlicht, zeigt: Um die Pressefreiheit in Europa steht es schlecht. In Polen hat seit Ende 2015 die national-konservative Regierung den öffentlichen Rundfunk unter ihrer Kontrolle, regierungskritische Medien stehen unter starkem Druck. Die Regierung Viktor Orbans in Ungarn gibt den Medien teilweise wortgenau die Berichterstattung vor. In Tschechien provozierte Staatspräsident Milos Zeman mit einer Kalaschnikow-Attrappe mit der Aufschrift „Für Journalisten“.

„Lange bevor in der Slowakei im Februar 2018 der Investigativreporter Jan Kuciak ermordet wurde, beschimpfte der inzwischen zurückgetretene Ministerpräsident Robert Fico Journalisten als  „dreckige anti-slowakische Prostituierte“, „Idioten“ und „Hyänen“. Immer wieder werden Journalisten eingeschüchtert oder von Politikern verklagt. Viele Medien sind in der Hand lokaler Oligarchen; der staatliche Rundfunk steht unter zunehmendem politischen Druck.“

Hier entlang zum Originalbeitrag.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Alisa Sonntag
Kommt aus:Ursprünglich aus dem Raum Chemnitz, aktuell in Leipzig.
Politische Position:Arbeitet bei THE BUZZARD, weil sie möglichst viele Menschen ermutigen möchte, die eigene Filterblase ab und an mal zu verlassen.
Arbeitet für/als:Studiert in Halle an der Saale "Multimedia und Autorschaft" und "International Area Studies" im Master. Arbeitet unter anderem für The Buzzard, die Mitteldeutsche Zeitung und die Freie Presse Chemnitz als freie Journalistin.
Was Sie noch wissen sollten:Hat ihr Bachelorstudium in Politik- und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen.
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