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Wasserstoffbomben sind schlimmer als Killer-Roboter
Wasserstoffbomben sind schlimmer als Killer-Roboter

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

 

Guten Morgen,

autonome Waffen sind höchst umstritten. Darf eine Maschine über Leben oder Tod eines Menschen entscheiden? Von allen Seiten hört man: Nein. „Eine Maschine versteht Kontext nicht, eine Maschine kann keine Reue zeigen“, zitiert Spiegel Online etwa Thomas Küchenmeister von der deutschen Organisation Facing Finance, Mitglied der internationalen Kampagne gegen Killerroboter („Campaign to Stop Killer Robots“). Autonome Waffen verstießen gegen die Grundpfeiler des Völkerrechts.

Neuer Anstoß der Debatte ist nun die Konferenz in Genf, bei der in dieser Woche 75 Staaten über die Grenzen solcher Killerwaffen diskutieren. Mit dabei ist auch Deutschland, das derartige Systeme besonders kritisch sieht. Denn während Länder wie die USA oder Südkorea bereits an der Entwicklung autonomer Waffen arbeiten, steht im Koalitionsvertrag der Bundesregierung: Man lehne Waffen ohne Kontrolle durch einen Menschen ab, wolle sie sogar weltweit ächten.

Heute empfehlen wir deshalb einen Text, der die Gegenseite mitbeleuchtet. Nicole Dittmer hat für den Deutschlandfunk Kultur ein Interview mit Jürgen Schmidbauer geführt, der ist Koordinator am Schweizer Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz. Zwar habe er schon mehrfach öffentliche Aufrufe zu den Gefahren autonomer Waffensysteme unterzeichnet, so Schmidbauer in dem Audio-Beitrag. Er sagt aber auch: Durch solche Waffen sei nicht der Beginn einer neuen Ära der Selbstzerstörung eingeleitet. Die habe man bereits vor einem halben Jahrhundert erreicht, nämlich durch Wasserstoffbomben und -Raketen.

In Dittmers Beitrag erklärt Schmidbauer auch mögliche Vorteile autonomer Waffen. Sogenannte neuronale Netzwerken erlernen Muster, so könne man zum Beispiel Drohnen besser ins Ziel führen. Auch Gesichtserkennung funktioniert laut Schmidbauer so: „Damit nur der böse Terrorist erwischt wird und nicht seine umstehenden Familienangehörigen.“ Eigentlich würde er sich zwar wünschen, dass die Entwicklung autonomer Waffen zu einem Ende käme. Daran glaube er aber nicht – deswegen müsse man überlegen, wie man mit diesen Waffen gut umgeht.

Über Wasserstoffbomben und -raketen: „Davon existierten immer noch genügend, ‚um die Menschheit innerhalb von ein paar Stunden vollständig auszulöschen, die gesamte Zivilisation zu vernichten – ganz ohne Künstliche Intelligenz.‘“

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

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Nadja Tausche
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