Sachsen ist Avantgarde in Deutschland
Sachsen ist Avantgarde in Deutschland

Das Argument in Kürze:

Es ist falsch, Sachsen abzuwerten. Denn das Bundesland sei Avantgarde in Deutschland, schreibt der Politikprofessor Werner J. Patzelt auf seinem Blog. Das sei nicht wertend gemeint, sondern solle zeigen: In Sachsen (und in Ostdeutschland insgesamt) vollziehen Entwicklungen sich schlicht früher als im Rest Deutschlands.

Die Sachsen haben reale Probleme rechtzeitig erkannt

Laut Patzelt werden in Sachsens Innenpolitik bundesweit wichtige Konflikte exemplarisch ausgetragen. Konflikte um:

  • Einwanderung und Islam
  • Heimat und Nationalstolz
  • Eliten und Demokratie

In anderen Bundesländern ließen sich diese Debatten bislang leichter vom politischen Diskurs fernhalten – sie seien aber trotzdem da. Patzelt möchte mit seinem Betrag um mehr Verständnis für Sachsen werben. Ereignisse wie PEGIDA seien Dynamiken, die auch auf den Westen zukommen oder schon zugekommen sind.

Patzelt kritisiert, dass viele in Deutschland auf Sachsen herabschauen. Sachsen sei zum Inbegriff von Dunkeldeutschland geworden. Das sogenannte „Sachsen-Bashing“ verletze den Stolz und das Selbstbewusstsein der Sachsen. Das sei kontraproduktiv. Denn der undifferenzierte Kampf gegen das „braune Sachsen“ werde Sachsen nur weiter zu den Rechtspopulisten treiben.

Insgesamt prognostiziert Patzelt eine positive Entwicklung: Die Sachsen hätten reale Probleme rechtzeitig erkannt und würden durch öffentliche Debatten und durch ihr Wahlverhalten eine Lösung erzwingen. Welche Probleme das sind, geht nicht klar aus dem Text hervor.

„Weil viele Sachsen – gut gebildet in einem Hochschulland, auch nicht ohne Erfolg mit ihren Handwerksbetrieben, kleinen Geschäften, ja auch mittelständischen Unternehmen – nun einmal kein gutes Ende der seit 2015 betriebenen Einwanderungspolitik erwarten und außerdem empfanden, ihre Kritik werde ,arrogant abgebügeltʼ, empörten sie sich erst recht. Sie taten das umso mehr, als sie ja nie gefragt wurden, ob sie eine solche Veränderung ihrer Kultur und Heimat wirklich wollten. Derlei ,Politik von oben herabʼ fühlte sich dann an ,wie zu DDR-Zeitenʼ.“

Der Beitrag wird empfohlen von: Katharina Mau.

Wer steckt dahinter?

Werner J. Patzelt
Kommt aus:Passau
Politische Position:seit 1994 Mitglied der CDU
Arbeitet für/als:Professor an der TU Dresden, Lehrstuhl für Politische Systeme und Systemvergleich
Was Sie noch wissen sollten:Patzelt ist seit 1991 Professor an der TU Dresden. Einen Ruf nach Münster lehnte er im Jahr 2000 ab. Patzelt spielt Cello. Er leitet regelmäßig eine Chor- und Instrumentalwoche sowie die „Dresdner Chorwochenenden“.
Lies The Buzzard ab sofort in deinem E-Mail Postfach. Nein danke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.