Ostdeutsche und Migranten – gleichermaßen stigmatisiert?
Ostdeutsche und Migranten – gleichermaßen stigmatisiert?

Das Argument in Kürze

Die Integrationsforscherin Naika Foroutan argumentiert im Gespräch mit der TAZ, dass die Erfahrungen von Ostdeutschen denen von Migranten gleichen: Heimatverlust, Fremdheitsgefühle, alltägliche Abwertung. Diese Erfahrungen würden jedoch wenig ernst genommen, man spreche von „Jammer-Ossis“ – und das, obwohl die Ungleichheit empirisch nachweisbar sei. Gerade solche pauschalen Vorwürfe verschlimmern das Problem, konstatiert Foroutan.

Ostdeutsche und Migranten sind ähnlichen Vorwürfen ausgesetzt

Viele Ostdeutsche fühlen sich als Bürger zweiter Klasse, erläutert Foroutan. Und wer sich anschaut, wie wenig ostdeutsche Ministerpräsidenten es in den neuen Bundesländern gab und wie wenig ostdeutsche DAX-Vorstände, der könne die Ungleichheit nicht bestreiten. Die zeige sich auch an den Einkommen.

Gleichzeitig werde Ostdeutschen vorgeworfen, sie seien unproduktiv, sogar faul. Vorwürfe, die auch Migranten regelmäßig treffen, sagt die Forscherin. Und gerade die Annahme, Ostdeutschland sei insgesamt rassistisch, sei für viele Ostdeutsche empörend und führe erst dazu, dass sie eine verteidigende, abwehrende Haltung einnähmen.

„Das haben wir bei ganz vielen Muslimen gesehen. Sie haben sich über die Verallgemeinerung empört. Und sie haben angefangen, eine Religion zu verteidigen, die für viele vorher eher eine Nebensache war. Über diese Empörung hat sich eine muslimische Identität herausgebildet. Und über eine ähnliche Empörung bildet sich nun eine neue ostdeutsche Identität heraus.“

Foroutans Argumentation ist jedoch umstritten,

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