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Ohne Kanadas Kooperation stünde Trump schnell mit leeren Händen da
Ohne Kanadas Kooperation stünde Trump schnell mit leeren Händen da
( Link zum Originalbild | Urheber: Presidencia de la República Mexicana | Flickr.com | CC BY 2.0)

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard

Guten Morgen,

Mexiko und die USA einigten sich Anfang der Woche auf die Grundlagen eines neuen Handelsabkommens, was US-Präsident Trump als großen Erfolg präsentierte. Das von Trump harsch kritisierte, seit 1994 bestehende nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA betrifft fast 500 Millionen Menschen und ist damit weltweit eines der größten Abkommen dieser Art.

Nachdem Mexikos scheidender Präsident Peña Nieto die Einbeziehung Kanadas angemahnt hatte, begannen die USA nun auch mit dem nördlichen Nachbarn Gespräche mit dem Ziel einer neuen Drei-Länder-Vereinbarung. Im Zuge dieser Entwicklung sahen zahlreiche Medien die kanadische Regierung unter Druck. Trump hatte beispielsweise angekündigt, in Kanada produzierte Autos könnten mit hohen Importzöllen belegt werden, wenn es nicht zu einer zeitnahen Einigung komme. „Für Trudeau steht viel auf dem Spiel“, betitelte die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG ihre Analyse der Situation.

Dass aber der selbstbewusste amerikanische Präsident ebenfalls einiges zu verlieren hat, zeigt ein Beitrag des Wirtschaftsjournalisten Doug Palmer bei POLITICO, den wir heute empfehlen. Trumps vollmundige Ankündigungen, notfalls auch ohne Kanada ein Ersatzabkommen für NAFTA zu forcieren, würde nämlich aus mehreren Gründen scheitern. Zum einen wegen der ökonomischen Bedeutung des nördlichen Nachbarn: Immerhin ist Kanada der Hauptexportmarkt für 36 der 50 US-Bundesstaaten – wohl einer der Gründe, weshalb zahlreiche Senatoren, auch der republikanischen Partei, die bestehende trilaterale Vereinbarung eigentlich unterstützen. Zum anderen muss der Präsident prozedurale Hürden bei der Neuverhandlung des Freihandelsabkommens beachten: Der in außenpolitischen Fragen enorm einflussreiche US-Senat würde den Deal nur dann unter den beschleunigten Regeln der „Trade Promotion Authority“ behandeln, wenn auch Kanada als Vertragspartei im Boot wäre. Andernfalls wären 60 Stimmen für eine Ratifizierung nötig, die Trumps Republikaner im Senat selbst dann nicht zusammenbekommen, wenn es keine Abweichler in ihren Reihen gibt.

If Canada’s not part of the deal, Trump could forfeit his ability to get a straight up-or-down vote in Congress without any amendments under trade promotion authority legislation.
Trump notified lawmakers in 2017 of his intention to renegotiate NAFTA, not strike a bilateral trade deal with Mexico.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Frank Kaltofen
Kommt aus:Immer Thüringer gewesen, jetzt in Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteur in verschiedenen Kontexten
Was Sie noch wissen sollten:Studierter Politikwissenschaftler und jetzt Schreiberling. Interessiert an Menschen und ihren Geschichten. Schreibt seit 2007, am liebsten über Kulturelles & Zeitgeschichtliches.
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