Chemnitz wird sich wiederholen, weil Alltagsrassismus zunimmt
Chemnitz wird sich wiederholen, weil Alltagsrassismus zunimmt

Das Argument in Kürze:

Chemnitz war ein großes Ereignis. Aber die kleinen Chemnitze gibt es an vielen Orten. Wahrscheinlich wird es rechte Ausschreitungen immer öfter geben, denn Hetze und Gewalt vor allem gegen Zuwanderer nehmen zu, heißt es in einem dpa-Beitrag in der SÄCHSISCHEN ZEITUNG.

Chemnitz ist kein Einzelfall. Es gab auch Heidenau, Freital oder Clausnitz

Am vergangenen Wochenende hat sich sehr real gezeigt, was digital schon lange vor sich hin brodelte. Die rechte Szene ist bestens vernetzt und weiß seit langem, wie man in kurzer Zeit viele Anhänger mobilisiert. Diese Kapazitäten konnte sie entwickeln, weil die sächsische Politik und insbesondere die Polizei über viele Jahre hinweg die rechte Gewaltbereitschaft verharmlost hat. Robert Lüdecke, Mitarbeiter der Amadeu Antonio Stiftung, einer Initiative gegen Rechtsextremismus, hat sogar Fälle aufgezeichnet, in denen sich die Polizei auf die Seiten der rechten Angreifer gestellt hat, statt die Opfer zu schützen. Das Versagen der Sicherheitsbehörden habe sich nun in Chemnitz gerächt, wird Lüdecke in Willnows Beitrag zitiert. In Chemnitz bekäme die rechte Szene viel Unterstützung von Hooligans, Pegida-Anhängern und einzelnen AfD-Politikern.

Die rechte Szene ist sehr gut vernetzt. Soziale Netzwerke im Internet spielen dabei eine wichtige Rolle. Fremdenfeindlichkeit wird dort offen artikuliert. Um zukünftige Chemnitze zu vermeiden, wäre es wichtig, die Kommunikationsstrukturen dort zu analysieren. Dann wird eher nachvollziehbar, warum rechte Gewalttäter so schnell mobilisiert werden konnten.

“‘Die Gesellschaft ist stark polarisiert, Menschen äußern immer unverhohlener, welche Menschen sie in Deutschland haben möchten und welche nicht.‘ In den sozialen Netzwerken werde ungehemmt gehetzt und viele, die sich dort entsprechend äußerten, wähnten sich ‚einer gefühlten Mehrheit‘ zugehörig, meinte Lüdecke.”

Der Beitrag wird empfohlen von: Elena Reger.

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