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Videospielen macht Spaß und tut gut
Videospielen macht Spaß und tut gut

Das Argument in Kürze:

Matthias Ernst zockt leidenschaftlich. Videospiele sind für ihn kein Hobby, sie sind seine Passion. Dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Gaming als Suchtkrankheit darstellt, hält der Marketing Manager für „Panikmache“. In einem Blogbeitrag für AGORA, einer Software-Firma aus Süddeutschland, erklärt der Gamer, warum er gerne spielt und warum das sein Leben nicht zerstört sondern bereichert.

„Gaming verbindet die Welt“

Wenn Matthias Ernst zur Konsole greift, dann nicht, weil er der „realen“ Welt entfliehen möchte. Er betont: Er habe viele Freunde, die viel und gerne spielen. Trotzdem haben alle von ihnen Jobs, eine Familie und einen großen Freundeskreis. Gaming hat für ihn nichts mit Eskapismus zu tun, sondern mit einer virtuellen Welt, die die reale Welt bereichert. In Videospielen fühlt er sich verbunden mit einer Community von Spielern, einer ganzen Kultur an Gleichgesinnten. Über das Gaming haben er und viele seiner Freunde sich gegenseitig gefunden. Etliche seiner Bekannten habe er übers Spielen kennengelernt:„Längst gehen unsere Gespräche nicht mehr nur über die Spielereihe, die uns zusammengebracht hat, sondern über unser Berufsleben, unsere Beziehungen im echten Leben, die Politik in unseren verschiedenen Herkunftsländern. Gaming verbindet die Welt.“

Selbstverständlich könnten Videospiele schädlich sein, wenn man im Übermaß spielt, räumt Ernst ein. Aber das sei nicht nur beim Zocken so. Sondern auch bei Arbeit, Essen, Trinken und jeder anderen Freizeitbeschäftigung. Wenn man es in Maßen betreibe, bringe das Zocken sogar viele Vorteile. Um sein Argument zu stützen, zitiert Ernst dann eine Studie aus den USA, bei der gezeigt wurde, dass Videospiele dabei helfen, besser zu kommunizieren, Probleme in Gruppen schneller zu lösen und Aufgaben geschickter zu koordinieren. Darüber hinaus schule es, mit Computern und mit Hard- und mit Software umzugehen. Ernsts Plädoyer hilft, die Perspektive von Gamern besser zu verstehen. Es endet mit den Worten:

„Computerspiele sind kein Problem, keine „Krankheitsursache“ und kein Auslöser für Gewalttaten. Sie sind Teil einer kulturellen Bewegung von Computernerds, die dabei sind, die Welt zu verändern. Wie Elon Musk von Tesla. Oder es schon längst getan haben. Wie Bill Gates von Microsoft. … Und nach Feierabend zocken wir zusammen Halo. Wenn wir heimkommen, spielen wir Fallout 4, streamen God of War, machen Videos über Dark Souls Remastered. Wir haben Familien, Freunde, ein Leben. Aber als Zocker kommt eben noch ein virtuelles Leben dazu.“

Dieser Beitrag wird empfohlen von: Dario Nassal

Weitere Beitrags-Tipps:

  • Wie sehr Gaming mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist und welchen Weg es in den vergangenen 40 Jahren genommen hat –von der Nerd-Beschäftigung zum Volkssport – zeigt eine Chronologie des Bayerischen Rundfunks.

Wer steckt dahinter?

Matthias Ernst
Kommt aus:Stuttgart
Arbeitet für/als:Marketing Manager bei der Software-Firma Agorum
Was Sie noch wissen sollten:Ernst hat einen Doktor von der Eberhard Karls Universität Tübingen in allgemeiner Rhetorik. Die Agorum Software GmbH produziert Open-Source Software.
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