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Die Panik vor Zucker ist übertrieben
Die Panik vor Zucker ist übertrieben

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

seit einigen Jahren wird immer wieder auf die schädliche Wirkung des Zuckers hingewiesen. Er verursacht nicht nur Übergewicht, sondern auch schlechte Zähne und kann außerdem Typ-2-Diabetes auslösen. Zuckersucht ist ein stehender Begriff, obwohl in der Wissenschaft umstritten. Die zuckerfreie Ernährung hat es zum Trend gebracht.

Berechtigterweise berichten verschiedene Medien über die negativen Folgen, die übermäßiger Zuckerkonsum nach sich zieht: So etwa DIE WELT, die in einem Beitrag erklärt, dass Zucker unser Hirn schrumpfen lässt – uns also dumm macht. DER SPIEGEL hat aufwendig recherchiert, wie die Ernährungsindustrie sich bemüht, wissenschaftliche Erkenntnisse zum Zucker unter den Teppich zu kehren. Und Foodwatch liefert eine Lügen-Chronologie der Zucker-Lobby.

Wir empfehlen heute einen Kommentar auf Zeit Online, in dem die Autorin Judith Luig für einen besonneneren Umgang mit Zucker plädiert. Sie bestreitet nicht, dass Zucker schädlich sein kann, findet aber, dass viel zu verspannt darüber diskutiert wird. Zucker sei das Chrystal Meth der Ernährungsbewussten, der Kampf dagegen werde zur Ersatzreligion. Luig macht das unter anderem daran fest, dass Eltern an einigen Schulen Verträge gegen Zucker unterschreiben müssen – sie dürften ihren Kindern weder Marmeladenbrote noch Saft mitgeben. So könnten Kinder kein gesundes Verhältnis zum Essen lernen. Luig argumentiert, ein Tabu mache den Zucker noch begehrenswerter.

„Eine aktuelle Studie aus den USA zeigt: Dick werden Kinder, wenn ihre Eltern sich nicht genug um sie kümmern. Und seit Langem weiß man, dass Zucker alleine nicht das Problem ist, sondern Zucker in Kombination mit schlechter Ernährung. Statt also Verträge gegen Zucker abzuschließen, sollten Schulen in der Zeit lieber gemeinsam mit den Kindern etwas kochen und Eltern mit ihnen über den Spielplatz toben. Dann ist auch der Schokoriegel danach kein Drama mehr.“

Hier entlang zum Originalbeitrag.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Maurus Jacobs
Kommt aus:Geboren in Kalifornien, aufgewachsen bei Hamburg, jetzt in Leipzig
Politische Position:Hat großes Interesse, komplexe Debatten in ihrer Vielfalt, aber übersichtlich darzustellen
Arbeitet für/als:Arbeitet für eine Hamburger Medienagentur
Was Sie noch wissen sollten:Maurus hat in Hamburg für die Bergedorfer Zeitung und Die Welt geschrieben. Er studiert am Deutschen Literaturinstitut.
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