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Kofi Annan sorgte sich um die Demokratie – auch wegen Populisten wie Trump
Täglich Menschenrechtsverletzungen

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

der Tod von Kofi Annan war eine der großen Schlagzeilen des Wochenendes. Der frühere UN-Generalsekretär starb im Alter von 80 Jahren. Viele Politiker und Weggefährten kondolierten und würdigten Annans Einsatz als diplomatischer Vermittler und als öffentliche Verkörperung der Weltorganisation: „In vielerlei Hinsicht war Kofi Annan die Vereinten Nationen“, erklärte der aktuelle Generalsekretär António Guterres in einem Statement.

Annan hatte seine Arbeit im UN-System 1962 bei der Weltgesundheitsorganisation begonnen und fast sein gesamtes Berufsleben den Vereinten Nationen gewidmet. Von 1997 bis 2006 war er der 7. Generalsekretär der UNO – der erste in diesem Amt, der aus Subsahara-Afrika stammte. Seine Wahl durch den UN-Sicherheitsrat verdankte Annan dabei wesentlich der US-amerikanischen Abneigung gegen seinen Amtsvorgänger, den Ägypter Boutros Boutros Ghali, wie die TAZ in ihrem Nachruf übersichtlich rekapituliert.

Annan setzte in seinen zwei Amtszeiten als UN-Generalsekretär Schwerpunkte auf Reformmaßnahmen innerhalb der Organisation sowie auf die globale Zusammenarbeit gegen Hunger, Armut und Krankheiten, ausformuliert in den sogenannten Millennium Development Goals. Als Tiefpunkt seiner beiden Amtszeiten galt – auch ihm selbst – die von den USA angeführte Invasion im Irak, die er offen als völkerrechtswidrig kritisiert hatte, aber nicht verhindern konnte. Trotz einer eher gemischten Bilanz als Generalsekretär genoss Annan hohes Ansehen und fungierte in den letzten Jahren in der Rolle eines Elder Statesman als gefragter Redner, Berater und internationaler Vermittler.

Bei allen internationalen Friedensbemühungen: Zuletzt widmete sich Annan, unter anderem mithilfe der von ihm gegründeten Kofi Annan Foundation, der Unterstützung fairer Wahlen und innerstaatlicher Reformen. Wir empfehlen darum heute ein Interview mit der WASHINGTON POST, in dem sich Annan – ein ausgesprochener Kritiker von US-Präsident Donald Trump – zuletzt sehr besorgt über Populismus sowie die Gefahren von Wahlmanipulation und Fake News zeigte:

„In both advanced and developing nations, we are threatened by forces exploiting fears and misgivings for political gain, and they are driving communities apart. As long as inequality and other social problems plague us, populists will try to exploit them. […] Social media certainly acts as a catalyst and booster for such polarization, but it is often just as present in traditional media.”

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

 

Wer steckt dahinter?

Frank Kaltofen
Kommt aus:Immer Thüringer gewesen, jetzt in Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteur in verschiedenen Kontexten
Was Sie noch wissen sollten:Studierter Politikwissenschaftler und jetzt Schreiberling. Interessiert an Menschen und ihren Geschichten. Schreibt seit 2007, am liebsten über Kulturelles & Zeitgeschichtliches.
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