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Der Bildungsmonitor ist nur ein Lobby-Instrument der Metall- und Elektroindustrie
Der Bildungsmonitor ist nur ein Lobby-Instrument der Metall- und Elektroindustrie

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

der Bildungsmonitor 2018 will die Schwächen des deutschen Bildungssystems zeigen: Laut der Studie der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft haben sich die Leistungen von Schülern in Deutschland verschlechtert. Die Schulabbrecherquote sei gestiegen, auch bei der Digitalisierung gebe es Nachholbedarf, schreibt ZEIT ONLINE. In der Studie hat das Bundesland Sachsen am besten abgeschnitten, gefolgt von Thüringen und Bayern.

Der Journalist Werner Kolhoff relativiert mit seinem Beitrag für die SAARBRÜCKER ZEITUNG die Ergebnisse des Bildungsmonitors. Studien durchzuführen und zu veröffentlichen, schreibt er, sei ein zentraler Teil der Lobbyarbeit geworden. Vor allem in der Wirtschafts- und Sozialpolitik versuchten zahlreiche Akteure, auf die Politik Einfluss zu nehmen. Als ein Beispiel dafür nennt er auch die Initiative Neue Marktwirtschaft, die auch für den Bildungsmonitor verantwortlich ist. Die Initiative werde von der Metall- und Elektroindustrie finanziert, den Bildungsmonitor habe sie zur „Eigenwerbung“ erdacht. Leiter des Kuratoriums, so Kolhoff, sei der frühere Wirtschaftsminister Wolfgang Clement. Außerdem sei die Initiative für Neue Marktwirtschaft kein eigenes Forschungsinstitut, sondern bringe nur eigene Fragen gegen Geld in ohnehin laufenden Befragungswellen der Meinungsforschungsinstitute mit ein.

Mächtige Interessengruppen tummeln sich auch im Bereich der Gesundheit. An Daten über die Zu- oder Abnahme bestimmter Krankheiten in Deutschland und über die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems fehlt es also nicht. Legitim ist das alles, auch sind die mitgeteilten Statistiken fast immer seriös. Nur sind sie eben nicht vollständig, sondern sorgsam ausgewählt und gewichtet. Wer den Pressekonferenzen folgt – und darüber berichtet – muss immer wissen, welche Ziele die Absender der Information damit verbinden.“

Hier entlang zum Originalbeitrag.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Alisa Sonntag
Kommt aus:Ursprünglich aus dem Raum Chemnitz, aktuell in Leipzig.
Politische Position:Arbeitet bei THE BUZZARD, weil sie möglichst viele Menschen ermutigen möchte, die eigene Filterblase ab und an mal zu verlassen.
Arbeitet für/als:Studiert in Halle an der Saale "Multimedia und Autorschaft" und "International Area Studies" im Master. Arbeitet unter anderem für The Buzzard, die Mitteldeutsche Zeitung und die Freie Presse Chemnitz als freie Journalistin.
Was Sie noch wissen sollten:Hat ihr Bachelorstudium in Politik- und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen.
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