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An Hitzetagen werden mehr Menschen sterben
An Hitzetagen werden mehr Menschen sterben

Das Argument in Kürze:

Der Klimawandel hat in Deutschland durchaus ernste Konsequenzen. An besonders heißen Tagen gibt es mehr Todesfälle. Außerdem kommen mehr Menschen ins Krankenhaus, schreibt Gustav Theile in der FAZ. Er beschreibt die Ergebnisse einer Studie, die in der Fachzeitschrift „Environmental Economics and Management“ veröffentlicht wurde. Viele dieser Menschen wären in den folgenden Wochen aber ohnehin gestorben oder krank geworden.

Mehr Todesfälle und mehr Krankenhauseinlieferungen an heißen Tagen

Die Studie stammt von den Wirtschaftswissenschaftlern Martin Karlsson und Nicolas Ziebarth. Sie haben die Auswirkungen von besonders heißen und besonders kalten Tagen auf die Sterberate und die Krankenhauseinlieferungen in Deutschland untersucht. Theile beschreibt das Ergebnis: „Die Sterbequote steigt an heißen Tagen mit mehr als 30 Grad Celsius um etwa ein Zehntel und die Krankenhauseinlieferungen um ein Zwanzigstel. Der Effekt an kalten Tagen ist dagegen nicht eindeutig und muss wohl noch weiter erforscht werden.“

Konkret heißt das: An jedem Hitzetag würden in Deutschland rund 300 Menschen zusätzlich sterben. Und etwa 3000 Menschen kämen zusätzlich ins Krankenhaus. Viele dieser Menschen wären allerdings in den folgenden Wochen sowieso gestorben, schreibt Theile. Durch die Hitze sterben sie früher. Betrachtet man die Todesfälle über das gesamte Jahr, würden pro heißem Tag (über 30 Grad) zwei Menschen in Deutschland zusätzlich sterben.

Die FAZ zitiert Ziebarth, Autor der Studie:

„Da vor allem ältere und gesundheitlich geschwächte Menschen an Hitzetagen sterben, ist der Jahreseffekt um ein Vielfaches geringer. Das liegt in der menschlichen Natur und daran, dass viele dieser gesundheitlich schwächeren Menschen in den Folgewochen und Monaten auch ohne Hitzewelle gestorben wären. Die englischsprachige Literatur spricht da etwas zynisch von ,harvesting‘.“ Harvesting ist der englischsprachige Ausdruck für Ernte.“

Der Beitrag wird empfohlen von: Katharina Mau

Wer steckt dahinter?

Gustav Theile
Kommt aus:Frankfurt (Wohnort)
Politische Position:Theile setzt sich für eine Wirtschaft ein, die für die Menschen und den Planeten funktioniert.
Arbeitet für/als:Praktikant bei der FAZ
Was Sie noch wissen sollten:Theile hat Politik und Wirtschaft in Tübingen studiert. Er ist Mitglied im Netzwerk für Plurale Ökonomik und hat unter anderem Praktika bei Oxfam und der Heinrich-Böll-Stiftung absolviert.
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