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Deswegen wird „Deutschland spricht“ online nicht viel ändern
Deswegen wird "Deutschland spricht" online nicht viel ändern

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

wenn es nach Medien in Deutschland geht, wird der 23. September ein besonderer Tag. An dem Sonntag im Herbst soll zum zweiten Mal „Deutschland spricht“ stattfinden, diesmal mit deutlich größerer medialer Unterstützung. Mit der Aktion wollen die Organisatorem jeweils zwei Menschen mit unterschiedlichen politischen Ansichten in Gesprächen zusammenbringen. Frank-Walter Steinmeier ist Schirmherr für „Deutschland spricht“, das im letzten Jahr anlässlich der Bundestagswahl zum ersten Mal stattfand. 1200 Menschen nahmen damals an der Aktion teil. In diesem Jahr haben sich innerhalb der ersten Stunde der Anmeldephase bereits mehr als 1000 Menschen angemeldet, wie ZEIT ONLINE-Chefredakteur Jochen Wegner auf seinem Twitteraccount verkündete. Personen mit gegensätzlichen Meinungen sollen so „miteinander statt übereinander reden“ schreibt die TAGESSCHAU. Neben ihr beteiligen sich auch TAGESTHEMEN, die DEUTSCHE PRESSE-AGENTUR, DER SPIEGEL, DIE ZEIT/ZEIT ONLINE, die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG/SZ.DE, T-ONLINE.DE, CHRISMON/EVANGELISCH.DE, die SCHWÄBISCHE ZEITUNG, die SÜDWEST-PRESSE und die LANDESZEITUNG LÜNEBURG.

In großen Teilen der deutschen Medienlandschaft herrscht also Einigkeit darüber, dass es nötig ist, Menschen im realen Leben mit Menschen zusammenzubringen, die anders sind als sie selbst. „Wir umgeben uns gern mit Menschen, die uns gleichen“, beschreibt ZEIT ONLINE das Problem und ergänzt: „In Großstädten nimmt die Konzentration bestimmter Milieus in einzelnen Vierteln zu.“ Aus der Distanz entstehe Unverständnis füreinander – eine Gefahr für die Demokratie.

Doch wie ein Beitrag der Medienagentur GOLDMEDIA zeigt, gilt das nicht für die Online-Welt. Zum Beweis der These führt der Artikel verschiedene Studien auf. So machte eine Studie zur Bundestagswahl 2017 deutlich, dass sieben bis acht Google-Suchergebnisse von neun Suchanfragen sich bei verschiedenen Personen nicht unterschieden. Auch für Facebook, so der Beitrag, komme die aktuelle Forschung in Deutschland zu dem Schluss, dass die Voraussetzungen für Filterblasen nicht gegeben seien. Ganz im Gegenteil konnte eine Studie in den USA sogar nachweisen, dass besonders ältere Menschen zu politischer Polarisierung neigen. Und die nutzen das Internet am wenigsten.

Dass wir bei Facebook & Co. tendenziell gern unser eigenes Meinungsbild bestätigt bekommen, liegt vor allem am menschlichen Phänomen der selektiven Wahrnehmung: Wir neigen allgemein dazu, uns auf das zu konzentrieren, was unsere Meinung bestätigt.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Thema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Alisa Sonntag
Kommt aus:Ursprünglich aus dem Raum Chemnitz, aktuell in Leipzig.
Politische Position:Arbeitet bei THE BUZZARD, weil sie möglichst viele Menschen ermutigen möchte, die eigene Filterblase ab und an mal zu verlassen.
Arbeitet für/als:Studiert in Halle an der Saale "Multimedia und Autorschaft" und "International Area Studies" im Master. Arbeitet unter anderem für The Buzzard, die Mitteldeutsche Zeitung und die Freie Presse Chemnitz als freie Journalistin.
Was Sie noch wissen sollten:Hat ihr Bachelorstudium in Politik- und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen.
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