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Sollte es eine #Dienstpflicht geben? – Die Stimmen auf Twitter im Überblick
Sollte es eine #Dienstpflicht geben? - Die Stimmen auf Twitter im Überblick

Ob Sommerloch-Debatte oder Zukunfsthema: Politiker aller Parteien und tausende Twitter-User äußern sich derzeit zu dem Vorschlag von CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, die Wehrpflicht als Dienstpflicht wieder einzuführen.

Wir geben den Überblick über die Perspektiven der relevanten politischen Akteure und die Pro- und Kontra-Beiträge aus der breiten Bevölkerung bei Twitter.

 

Was sagt die Politik?

Auf den Vorschlag der CDU-Generalsekretärin reagieren die Oppositionsparteien mit Ausnahme der AfD ausnahmslos kritisch: Grüne, Linke und FDP sind gegen eine Neuauflage der 2011 ausgesetzten Wehrpflicht:

Insbesondere zu Christian Lindners Statement ruft das in der Community (gerade bei Anhängern einer schwarz-gelben Koalition) Kritik hervor:

Die AfD hingegen unterstützt den Vorschlag Kramp-Karrenbauers und möchte die Wehrpflicht, wie es sie früher einmal gab, wieder einführen:

In der Union ist der Vorschlag der CDU-Generalsekretärin umstritten. Vieles spricht dafür, dass auf dem CDU-Parteitag das Thema #Dienstpflicht ein kontroverses Thema werden dürfte.

So unterstützen zwar viele CDU-Politiker ein „verpflichtendes Gesellschaftsjahr für alle Schulabgänger“…

… aber es werden ebenfalls viele Stimmen laut, die nichts oder nur bedingt etwas von dem neuen Vorschlag halten – und noch einiges an Diskussionsbedarf sehen:

Auch Ex-Verteidigungsminister Karl-Theordor zu Guttenberg, der 2011 die Wehrpflicht ausgesetzt hat, äußert sich – wenig überraschend – kritisch: eine Dienstpflicht sei rechtlich schwer umsetzbar und sehr teuer.

Die SPD als aktueller Koalitionspartner der CDU und Teil der Bundesregierung teilt die Ablehnung der Dienstpflicht mit den Grünen, der Linkspartei und der FPD. Dabei ist der SPD-Parteivorstand unter dem Vorsitz von Andrea Nahles mit den Jusos und Juso-Vorsitzenden Kevin Künert auf einer politischen Wellenlänge.

Wie sehen das die User bei Twitter?

Die Haltung der im Bundestag vertretenen Parteien sind das eine. Besonders spannend aber sind natürlich auch – gerade auf Twitter – die Sichtweisen der breiten (digital-affinen) Bevölkerung.

Ich habe – als Test für ein neues Format auf The Buzzard – heute die unterschiedlichen Tweets der Befürworter und Gegner verfolgt und hier eine Auswahl der Tweets von beiden Seiten gegenübergestellt.

In der folgenden Pro- & Kontra-Zusammenstellung kann man gut erkennen, wie die Spannungslinie innerhalb dieses Konflikts verläuft. Einerseits zwischen jung und alt sowie zwischen progressiv und konservativ, andererseits aber auch innerhalb der Gruppe der jüngeren Bevölkerung selbst: nämlich zwischen denen, die offensichtlich noch vor ihrem Schulabschluss stehen und sich allesamt, ja geradezu vehement gegen die Idee eines einjährigen verpflichtenden Dienstes für die Gesellschaft aussprechen, und denen, die selbst Wehr- oder Zivildienst gemacht haben und die darauss positive Erfahrungen gezogen haben (versus wiederum denen, die sich damals ausgenutzt, unfair behandelt und vor allem zu schlecht bezahlt gefühlt haben – und eine Dienstpflicht schon aus dem Grund kategorisch ablehnen).

 

Tweets der Befürworter einer #Dienstpflicht:

Andere kritisieren die mangelnde Bereitschaft der Millenials eine gesellschaftliche „Pflicht“ anzuerkennen:

Tweets der Gegner einer #Dienstpflicht:

Es fällt auf, dass die Ablehnung einer Dienstpflicht unter den jungen Leuten besonders groß ist.

Aber nicht nur das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben wird in der Debatte vorgebracht: Kritiker bezweifeln ebenfalls, dass ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr den Gemeinsinn stärkt, den Pflegenotstand löst oder der Bundeswehr mehr nützt als schadet:

Auch Sozialdienste lehnen die Dienstpflicht ab:

 

The Buzzard ist ein Nachrichten- und Debatten-Navigator mit Blick für die großen Fragen unserer Zeit. In der hektischen Nachrichtenwelt vermitteln wir unseren Leserinnen und Lesern den Überblick und empfehlen spannende, häufig überraschende Perspektiven, die den eigenen Horizont erweitern und die eigene Haltung immer wieder in Frage stellen.

Folgt uns auf Twitter unter @TheBuzzardOrg

 

Wer steckt dahinter?

Felix Friedrich
Kommt aus:Berlin, Deutschland
Politische Position:Freund des liberalen Egalitarismus nach John Rawls
Arbeitet für/als:Geschäftsführer und Mitgründer von TheBuzzard.org
Was Sie noch wissen sollten:Felix Friedrich hat im Bachelor Politikwissenschaft in Mannheim und Dublin und im Master Politische Philosophie in Barcelona studiert. Er hat als politischer Blogger für das progressive Blogger-Kollektiv „DieFreiheitsliebe.de“ geschrieben sowie diverse Praktika und freie Mitarbeiten im Journalismus, unter anderem beim Mannheimer Morgen, Phoenix und RTL Hessen absolviert.
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