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Kritik ist nicht gleich Diskriminierung
Kritik ist nicht gleich Diskriminierung

Das Argument in Kürze:

Die Metwo-Debatte hat sich maßgeblich an Mesut Özils Diskriminierungs-Vorwürfen entzündet. Zwar habe es aus der Bevölkerung rassistische Aussagen gegeben, den Fußballbund hält der DFB-Integrationsbeauftragte Cacau in dieser Hinsicht aber für unschuldig. Und die Metwo-Debatte für fehlgeleitet: Deutschland habe kein flächendeckendes Rassismusproblem, sagt Cacau im Interview mit der BILD.

Rassismus ist kein gesellschaftliches Problem

Cacau bezeichnet Özils Vorwürfe als kindisch. Die Kritik des DFB habe seiner Person gegolten, nicht seinen türkischen Wurzeln. Von Diskriminierung oder Rassismus könne deshalb keine Rede sein. Zwar räumt Cacau ein, dass aus der Bevölkerung rassistische Aussagen gegeben habe, grundsätzlich sei Rassismus in Deutschland aber kein Problem.

Der Journalist Boris Rosenkranz hält solche in der BILD veröffentlichten Kommentare für symptomatisch: Die BILD arbeite eifrig daran, die Existenz von Rassismus in der Bundesrepublik als Hirngespinst zu verunglimpfen. Abgesehen von der Arroganz, Menschen ihre Wahrnehmung und Emotionen abzusprechen – Deutschland sei ein buntes Volk und Özil nie ausgegrenzt worden, hieß es in der BILD –  kritisiert Rosenkranz besonders den in der Berichterstattung mitschwingenden Rassismus:

„Noch erbärmlicher“ als Özils „Verlogenheit“ sei, dass „weite Teile der deutschen Politik“ auf Özils „absurd pauschale Rassismus-Vorwürfe“ reinfallen würden, kommentiert Julian Reichelt. „Statt deutlich zu machen, wie ungleich freier Türken in Deutschland leben als bei dem Despoten, für den Özil Werbung macht.“ Soll heißen: Selbst wenn ihr hier diskriminiert werdet, habt ihr es immer noch besser als in der Türkei.

Dieser Beitrag wird empfohlen von Lars Hauch.

Wer steckt dahinter?

Marc Schmidt
Kommt aus:Frankfurt
Arbeitet für/als:Chefreporter Sport bei BILD Südwest
Was Sie noch wissen sollten:Marc Schmidt arbeitete vor seiner Tätigkeit bei der BILD für die Nachrichtenagentur Sport-Informations-Dienst (SID).
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