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Wer #metwo auf Twitter liest, sieht den deutschen Rassismus
Wer #metwo auf Twitter liest, sieht den deutschen Rassismus

Das Argument in Kürze:

Die Botschaft der #metwo-Anhänger ist einfach: Wer nicht glaubt, dass es in Deutschland offen ausgesprochenen Rassismus gibt, sollte bei Twitter in das Suchfeld „#metwo“ eingeben. Unter diesem Hashtag berichten Migranten von ihren individuellen Erfahrungen in Deutschland. Interessant sind vor allem die Kommentare unter den Beiträgen. Da gibt es viele, die Mitgefühl oder Entsetzen äußern. Und dann sind da Accounts wie „CDUjaMerkelnein“. Dahinter verstecken sich die nächsten Rassismus-Täter und raten den Autoren der #metwo-Beiträge: „Bist du nicht aus Persien? 2 Wochen Teheran sollten Ihre Verhältnisse wieder gerade rücken“. Rassismus sei bloß „tamtam“.

Das Internet ist zum Glück nicht repräsentativ

Die neue Rechte ist online exzellent organisiert. Kampagnenartig attackieren sie mit ihrer Armee an Fake-Accounts alle, die nicht in ein Weltbild aus überholt geglaubten Zeiten passen. Die Rechten sind Online-Riesen. Man muss nicht glauben, dass das Stimmungsbild in den sogenannten sozialen Netzwerken repräsentativ für die Gesellschaft ist. Wenn aber kaum jemand subjektive Rassismus—Erfahrungen benennen kann, ohne dafür erneut rassistisch angegangen zu werden, kann man nicht bestreiten: Deutschland hat ein Rassismus-Problem.

Nicht jeder Rassist ruft „Sieg Heil“. Wie stark der Alltag vieler Mitbürger aber durch Anfeindungen bestimmt ist, zeigt #metwo. Zum Beispiel schreibt der Kabarettist Abdelkarim:

„Lange Schlange an der Kasse. Ich sag zum älteren Mann hinter mir: „Sie können ruhig vor.“ „Nein danke, ich habe dich lieber im Blick.“ #MeTwo

Dieses Twitter-Hashtag wird empfohlen von Lukas Fuhr.

Wer steckt dahinter?

Hashtag #Metwo
Politische Position:Von ganz rechts außen bis ganz links ist bei dieser Debatte, die unter dem Hashtag #metwo auf Twitter geführt wird, alles mit dabei.
Was Sie noch wissen sollten:Zuerst hat Ali Can den Hashtag benutzt. Längst geht es darunter nicht mehr nur um seine Erfahrungen, sondern um Tausende. Unter #metoo haben Frauen weltweit auf Sexismus und sexualisierte Gewalt aufmerksam gemacht. Darauf spielt #metwo an: Der zweite Hashtag, mit dem Menschen alltägliche Diskriminierung, Herabsetzung und Anfeindungen öffentlich machen.
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