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Wir brauchen hochwertigere Kitas statt kostenloser Kitaplätze
Wir brauchen hochwertigere Kitas statt kostenloser Kitaplätze

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

als erstes Bundesland überhaupt schafft Berlin die Gebühren für Plätze in Kindertagesstätten ab. Ab Anfang August soll auch die Betreuung von Kindern, die jünger als ein Jahr alt sind, nichts mehr kosten. Das Essensgeld und besondere Leistungen wie Fahrservices müssen die Eltern jedoch immer noch selbst zahlen. Ab September soll dann auch die Höhe der Zuzahlungen für besondere Angebote auf 90 Euro im Monat gedeckelt werden. Der Wegfall der Kita-Gebühren ist Teil eines mehrstufigen Programms, das schon seit über zehn Jahren läuft.

„Die gebührenfreie Kita für alle bedeutet für viele Eltern eine spürbare finanzielle Entlastung“, zitiert der BERLINER KURIER die Berliner Familiensenatorin Sandra Scheeres (SPD). Die FRANKFURTER NEUE PRESSE spricht von einem „sozialpolitischen Meilenstein“, die TAZ von „schönstem sozialdemokratischem Populismus“.

Doch was auf den ersten Blick positiv klingt, sehen viele negativ. Eine der kritischen Stimmen ist die wirtschaftspolitische Korrespondentin der WELT, Dorothea Siems. Familien sollten sich über den finanziellen Vorteil nicht allzu sehr freuen, schreibt sie, denn in vielen Kindertagesstätte fehle es an Qualität. Den meisten Eltern wäre es deshalb lieber gewesen, mehr Geld in die Qualität der frühkindlichen Bildung zu investieren. Weil einkommensschwache Familien schon vorher nichts für den Kitaplatz bezahlt hätten, entlaste die neue Regelung außerdem vor allem gut situierte Familien.

Wer glaubt, ein früher kostenloser Kitabesuch sorgt für Chancengleichheit, irrt. Die Abschaffung der Gebühren treibt zwar die staatlichen Bildungsausgaben pro Kopf in die Höhe. Doch mit einer besseren Förderung der Kinder hat das nichts zu tun.

Hier entlang zum Originalbeitrag.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einer aktuellen Nachricht eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Alisa Sonntag
Kommt aus:Ursprünglich aus dem Raum Chemnitz, aktuell in Leipzig.
Politische Position:Arbeitet bei THE BUZZARD, weil sie möglichst viele Menschen ermutigen möchte, die eigene Filterblase ab und an mal zu verlassen.
Arbeitet für/als:Studiert in Halle an der Saale "Multimedia und Autorschaft" und "International Area Studies" im Master. Arbeitet außer für THE BUZZARD unter anderem für den MDR.
Was Sie noch wissen sollten:Hat ihr Bachelorstudium in Politik- und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen.
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