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Der Kapitalismus erlaubt keine fairen Kaufentscheidungen
Der Kapitalismus erlaubt keine fairen Kaufentscheidungen

Das Argument in Kürze:

Fairtrade-Produkte gaukeln uns bloß vor, mit unserem Konsum etwas verändern zu können. Das wahre Übel liege aber im kapitalistischen System, das faire Kaufentscheidungen grundsätzlich nicht erlaubt, schreibt die Aktivistin Regine Beyß im Blog des FREITAG. Solange der Kapitalismus regiere, könnten wir im Supermarkt gar keine faire Wahl treffen.

Ganz gleich wie wir konsumieren, wir richten Schaden an

Konsumenten haben nur einen begrenzten Einfluss auf die Ausbeutung von Mensch und Natur. Denn das für ihren Konsum nötige Geld erhalten sie durch Lohnarbeit. Lohnarbeit sei allerdings eine wesentliche Säule des kapitalistischen Systems, kritisiert Beyß. Und solange die kapitalistische Ordnung die Welt bestimme, würden die Großkonzerne weiter über Leichen gehen. Fair-Trade Siegel verschleierten dabei nur die Machtverhältnisse und wälzten die Verantwortung auf die Verbraucher ab. Die Verantwortung liege aber bei den profitorientierten Konzernen und der ignoranten Politik, die der kapitalistischen Ausbeutung keinen Riegel vorschiebe.

Beyß räumt ein, dass sie selbst Fair-Trade Produkte kauft. Das sei das geringere Übel. Ihr Argument beruht auf der Annahme, dass der Kapitalismus keine arbeitnehmerfreundlichen Konsumentscheidungen erlaubt, weil das System im Kern ungerecht ist. Damit rückt sie den wöchentlichen Supermarktbesuch in den Hintergrund. Stattdessen lenkt sie den Blick auf unser Wirtschaftssystem, das fairen Konsum unmöglich mache.

„Mit der Forderung, verantwortungsbewusst und ethisch zu konsumieren, werden diese Zusammenhänge verschleiert. Die Schuld wird auf den Verbraucher abgeschoben, während die grundlegenden Strukturen des Systems zur Freude des Kapitals nicht angetastet werden. So wird die Macht der globalen Konzerne stabilisiert, anstatt sie zu brechen.“

Dieser Beitrag wird empfohlen von Lars Hauch.

Wer steckt dahinter?

Regine Beyß
Kommt aus:Wuchs in der Nähe von Aachen auf
Arbeitet für/als:Redakteurin bei Contraste, einer überregionalen Monatszeitung für Selbstorganisation
Was Sie noch wissen sollten:Regine Beyß bezeichnet sich selbst als Anarchistin und engagiert sich in der Föderation deutschsprachiger AnarchistInnen (FdA). Sie betreibt einen Blog namens „Das Mädchen im Park“.
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