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Der Brexit bringt auch die britische Opposition in eine Bredouille
Der Brexit bringt auch die britische Opposition in eine Bredouille
( Link zum Originalbild | Urheber:Chris McAndrew | Wikipedia | CC BY 3.0 )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard

Guten Morgen,

wohl niemand hatte erwartet, dass die Verhandlungen über den EU-Austritt des Vereinigten Königreichs einfach oder schnell vonstatten gehen. Die Befürworter eines „harten Brexit“ jedenfalls hat Premierministerin Theresa May ziemlich vor den Kopf gestoßen. Wir fragen darum in unserer aktuellen Wochendebatte: „Sollte sich die EU auf den weichen Brexit einlassen, den Theresa May vorschlägt?“

Obwohl jetzt alle auf Mays Regierung schauen: Auch die Labour Party, geführt vom polarisierenden Jeremy Corbyn, spielt eine wichtige Rolle in den Brexit-Verhandlungen, die man sich als Zwei-Ebenen-Spiel vorstellen kann. Spätestens bei der Parlamentsabstimmung über den Vertrag mit der EU – sofern ein solcher zustande kommt – müsste die Oppositionspartei Farbe bekennen. Für den Fall, dass May für ihren Vorschlag im Parlament keine Mehrheit findet, hatte Labours Partei-Vize Tom Watson kürzlich ein erneutes Referendum ins Spiel gebracht. Einige in seiner Partei fordern gar eine komplette Abkehr vom Brexit.

Wir empfehlen heute einen Beitrag des IPG JOURNALS, der darlegt, wie schwer sich die Oppositionspartei damit tut, eine klare Position zum Brexit zu finden. Denn die Frage eines EU-Austritts spaltet nicht nur die britische Gesellschaft und das Kabinett von Theresa May, sondern auch die Labour-Partei, schreiben Nicole Katsioulis und Christos Katsioulis. Beide arbeiten für das Londoner Büro der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung und haben damit ein besonderes Interesse an der Entwicklung der britischen Sozialdemokratie.

Die Brexit-Strategie von Parteichef Corbyn (eigentlich ein überzeugter linker EU-Skeptiker) weise Widersprüche auf. Ihm und der Parteiführung sei es zudem bisher nicht gelungen, die Labour Party zu einen, die in der Brexit-Frage ähnlich gespalten ist wie ihre Wählerschaft: „Labour vertritt nicht nur Wahlkreise, die mit größter Mehrheit für den Austritt gestimmt haben, sondern auch die, die mit größter Mehrheit dagegen waren“, so Katsioulis und Katsioulis. Der Druck auf Corbyn steige indes, auch vonseiten der Gewerkschaften.

Nur wenn ein konkreter und glaubhafter Plan von Labour vorliegt, wie sie das Land aus diesem Schlamassel herausführen wollen, können sie sich Mays Plan verweigern. […] Besonders wichtig für Labour wird dabei sein, nicht auf die Logik der Konservativen einzugehen und die EU-Verhandlungen als Brexit-Schlacht und Nullsummenspiel zu definieren, bei dem der eine gewinnt, was der andere verliert.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit. Zum Beispiel zur Frage: „Sollte sich die EU auf den weichen Brexit einlassen, den Theresa May vorschlägt?“

Wer steckt dahinter?

Frank Kaltofen
Kommt aus:Immer Thüringer gewesen, jetzt in Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteur in verschiedenen Kontexten
Was Sie noch wissen sollten:Studierter Politikwissenschaftler und jetzt Schreiberling. Interessiert an Menschen und ihren Geschichten. Schreibt seit 2007, am liebsten über Kulturelles & Zeitgeschichtliches.
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