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Lieber ein weicher Brexit als gar kein Deal
Lieber ein weicher Brexit als gar kein Deal

Das Argument in Kürze:

Der britische Vorschlag ist annehmbar. Die EU sollte jetzt die Ruhe in der britischen Regierung für Verhandlungen nutzen. Ein weicher Brexit ist besser als kein Deal. Das ist die Grundannahme der HANDELSBLATT-Kommentatorin Kerstin Leitel. Auf gar keinen Fall solle die EU den britischen Vorschlag „brüsk zurückweisen“.

Eine deutsche Tüte Gummibären im britischen Kabinett

Journalisten haben das Pech, dass sich die Welt auch nach ihrem Redaktionsschluss weiter dreht. Leitel lobt in ihrem Kommentar, dass es der britischen Premierministerin Theresa May gelungen sei, ihr Kabinett zu einen – ohne Rücktritt. Einen Tag nach Erscheinen ihres Kommentars hat sicher auch Leitel beobachtet, wie ein wütender Boris Johnson sein Amt als Außenminister aufgab und Brexit-Minister David Davis zurücktrat.

Wir empfehlen Leitels Text trotzdem, denn ihr Kernargument ist trotz der Rücktritte gültig. Ihre Argumentation ist: Ein Austritt der Briten ohne Deal wäre die schlimmste mögliche Option. Der aktuelle britische Vorschlag läuft auf einen weichen Brexit hinaus, was besser ist als gar kein Deal. Außerdem sei der Vorschlag noch vage genug, um weiter verhandeln zu können. Die EU sollte deshalb die britische Regierungskrise durch eine undiplomatische Ablehnung nicht wieder ausbrechen lassen. Und dann erklärt Leitel auch noch, was eine Tüte Gummibärchen eines bekannten deutschen Herstellers mit dem Brexit zu tun hat.

Der Vorschlag lässt „Spielraum für Verhandlungen. Angesichts dessen sollte man in Brüssel mit viel Bedacht reagieren. Eine brüske Zurückweisung könnte die „Remainer“ wieder schwächen und zu einer Eskalation führen, an der weder der EU noch London gelegen sein kann.“

Dieser Beitrag wird empfohlen von Lukas Fuhr.

Wer steckt dahinter?

Kerstin Leitel
Arbeitet für/als:Korrespondentin für Großbritannien beim Handelsblatt
Was Sie noch wissen sollten:Bevor sie zum Handelsblatt kam, war Leitel als Wirtschaftsredakteurin für die Nachrichtenagentur vwd und die Börsen-Zeitung tätig. Sie ist studierte Übersetzerin.
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