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Die EU wird kein Rosinenpicken zulassen
Die EU wird kein Rosinenpicken zulassen

Das Argument in Kürze:

Die britische Regierung spricht endlich wieder mit einer Stimme. Nachdem verschiedene Minister immer wieder gegen die Linie der britischen Premierministerin revoltiert hatten, könnte der Missklang (die „Kakophonie“) nun aus Westminister weichen, überlegt Jochen Buchsteiner, der für die FAZ aus London berichtet. Die EU werde auf den Vorschlag eines weichen Brexits aber nicht eingehen. Denn: Die Briten könnten sich nicht einfach aussuchen, eine der vier Grundfreiheiten der EU zu teilen und die anderen zu missachten.

Norwegen oder Kanada – Großbritannien muss sich entscheiden

Lange genug mussten die verbleibenden EU-Staaten auf leidlich konkrete Vorschläge aus London warten. Der britischen Premierministerin May ist es nun aber zumindest vorübergehend gelungen, ihr Kabinett auf Linie zu bringen. „Aber wie weit trägt dieser mühsame errungene Kompromiss?“, fragt der FAZ-Korrespondent. Denn die EU werde hart verhandeln. Das von London bevorzugte Modell einer Freihandelszone ohne harte Grenze in Irland und volle Souveränität über Dienstleistungen, Kapital und Personenfreizügigkeit dürfte in Brüssel kaum Chancen haben, rechnet Buchsteiner. Die EU habe bisher stets darauf gedrungen entweder das „norwegische Modell“ durchzusetzen (Buchsteiner: „eine Art Mitgliedschaft, ohne Mitglied zu sein“) oder das „kanadische“ (Großbritannien wäre ein „Drittstaat mit besonderen Handelsbeziehungen“).

Buchsteiner beschreibt in seinem Kommentar auch, vor welchen Problemen May innenpolitisch trotz der Einigung weiterhin stehen dürfte.

„Aus Brüsseler Sicht kann der „dritte Weg“ Britanniens eigentlich nur als neu verpackter Versuch begriffen werden, Vorteile des Binnenmarktes zu nutzen, ohne die Verpflichtungen zu übernehmen. Das Wort „Rosinenpickerei“ wird in den kommenden Tagen und Wochen wieder Konjunktur haben.“

Dieser Beitrag wird empfohlen von Lukas Fuhr.

Wer steckt dahinter?

Jochen Buchsteiner
Kommt aus:Bonn
Politische Position:London
Arbeitet für/als:Politischer Korrespondent für Großbritannien bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Was Sie noch wissen sollten:Buchsteiner hat das Buch „Die Stunde der Asiaten“ veröffentlicht. Auch mit Asien kennt er sich aus. Denn vor seinem Einsatz in London war er von 2003 bis 2012 Korrespondent für Süd- und Südostasien sowie Australien.
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