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Deshalb kommen China und die EU selbst durch Trump nicht zusammen
Deshalb kommen China und die EU selbst durch Trump nicht zusammen

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

gestern hat in Peking der jährliche EU-China-Gipfel stattgefunden. Zum ersten Mal seit drei Jahren endete das Treffen wieder mit einer gemeinsamen Erklärung. Dabei geht es hauptsächlich um ein Investitionsabkommen zwischen beiden Seiten, mehr Marktöffnung in China sowie die geplante Reform der Welthandelsorganisation.

Viele Journalisten und Politiker sind der Meinung, dass die Beziehung zwischen China und der EU sich verbessern wird. Ein Grund dafür sei der Handelsstreit mit Donald Trump; die Abneigung von Trumps protektionistischer Politik vereine Europäer und Chinesen. So schreibt Journalist Benjamin Eyssel im DEUTSCHALDFUNK, China fürchtet sich vor einem ausgewachsenen Handelskrieg mit den USA und hofft, einen Teil der Verluste durch mehr Handel mit Europa ausgleichen zu können. Der Grüne Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin meint, der Versuch des amerikanischen Präsidenten die internationalen Institutionen wie G7, NATO und WTO zu zerstören, führe zu neuen Allianzen, auch zwischen Europa und China. Der FOCUS betont in seinem Artikel, der Handelskonflikt mit US-Präsident Donald Trump lasse die EU und China wieder zusammenrücken und beide Seiten selbst in festgefahrenen Handelsfragen wieder Fortschritte machen. „In der heutigen Welt ist diese Partnerschaft wichtiger als je zuvor“ zitiert das Magazin den EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker. 

Ganz anders sieht das François Godement, Historiker und Spezialist für China und internationale Beziehungen in Ostasien. In einem aktuellen Kommentar für die Denkfabrik EUROPEAN COUNCIL ON FOREIGN RELATIONS schreibt er: Trumps Politik bezüglich des internationalen Handelssystems verändere zwar tatsächlich die Beziehungen zwischen der EU zu China. Dennoch gebe es viel mehr Einflussfaktoren als nur Amerika, die die EU und China voneinander trennen. So sehen die Europäer wichtige Fragen des Technologieerwerbs, des geistigen Eigentums sowie der Rolle von Subventionen sehr ähnlich wie die amerikanische Regierung. Außerdem habe China ein Glaubwürdigkeitsproblem: die Chinesen unterbrechen politische Dialoge gerne und hielten sich oft nicht an ihre Vereinbarungen. 

„In the end, China and the EU will separately challenge US tariffs at the WTO. They will certainly concur in their preference for multilateral rules — and we will all wish that China actually felt that way in other dimensions. […] Both China and the EU will resist Donald Trump’s attack on the international trading system. But, for the most part, they will not do so together.“

 

Hier entlang zum Originalartikel

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. Passend zur Tagesperspektive empfehlen wir unser Dossier zur Frage: Wird Chinas Aufstieg zu einem Problem für Deutschland?

Wer steckt dahinter?

Olga Osintseva
Kommt aus:Russland
Politische Position:Bezeichnet sich selbst als mitte-links
Arbeitet für/als:Arbeitet als Redakteurin bei The Buzzard und als Event- und Community-Managerin beim Strascheg Center For Enterpreneurship in München
Was Sie noch wissen sollten:Osintseva hat 2015 ihren Master in Politikwissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg abgeschlossen. Sie kommt aus Russland und lebt mittlerweile seit vier Jahren in Deutschland.
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