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Europäische Politiker reagieren viel zu hysterisch auf das Treffen zwischen Trump und Putin
Europäische Politiker reagieren viel zu hysterisch auf das Treffen zwischen Trump und Putin
( Link zum Originalbild | Urheber: Kremlin.ru | Wikimedia Commons | CC BY 4.0 )

Der Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

heute treffen sich US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin zu Gesprächen in Helsinki. Beim Gipfeltreffen soll es unter anderem um Gemeinsamkeiten bei der Außen- und Sicherheitspolitik gehen, um Abrüstung und die Konflikte in Syrien und der Ukraine.

Viele Politiker in Europa und den USA haben das Gipfeltreffen bereits im Vorfeld kritisiert. Nach Trumps strenger Kritik an der EU beim NATO-Gipfel vergangene Woche, befürchten viele, dass Trump sich nun mit Putin zulasten der Europäer einigen könnte. Der deutsche Außenminister Heiko Maas warnte bereits am Wochenende vor „einseitigen Deals“ mit Putin. Er fürchtet, Trump werde die Interessen der Europäer nicht berücksichtigen und warnte im Interview mit der Bild am Sonntag: „Wer seine Partner vor den Kopf stößt, der riskiert, am Ende als Verlierer dazustehen.“ ZEIT ONLINE zitiert den Politikwissenschaftler Steffen Schmidt von der Iowa State University, der meint, das Treffen verursache zu Recht „Magenverstimmungen“. Auch die US-Demokraten forderten Trump auf, das Treffen abzusagen und Putin „auf keinen Fall alleine zu treffen“. Unter anderem wird der Gipfel überschattet von der Anklage des US-Justizministeriums gegen zwölf russische Geheimdienstmitarbeiter, die für Hackerangriffe auf die US-Demokraten während des Wahlkampfes 2016 verantwortlich sein sollen.

Der Journalist Kai Ehlers hält die Sorgen für unbegründet. In einem aktuellen Beitrag in DER FREITAG schreibt er, die besorgten Kommentare seien vor allem Panikmache. Erstens sei unklar, was durch das Treffen der beiden Staatsmänner tatsächlich bewegt werden wird. Zweitens habe Trump bisher durchaus die westliche Russland-Politik unterstützt: „Man denke an den gemeinsamen Militärschlag der USA, Großbritanniens und Frankreichs am 14. April gegen Syrien, an die Ausweisung russischer Diplomaten wegen der Skripal-Affäre oder die Lieferung von Waffen an die Ukraine.“ Dass Trump nun wegen eines einzelnen Gipfeltreffens die gesamte außenpolitische Strategie des Westens auf den Kopf stellt, hält Ehlers für sehr unwahrscheinlich.

„Man darf das getrost als politische Hysterie einordnen, da völlig offen ist, was durch eine solche Begegnung tatsächlich bewegt wird. Trump und Putin treffen sich, nachdem der US-Senat gerade mit großer Mehrheit ein von 634 auf 716 Milliarden Dollar aufgestocktes Militärbudget beschlossen hat (das US-Repräsentantenhaus hatte die Vorlage schon im Mai durchgewinkt). Damit übersteigen die Rüstungsausgaben vergleichbare Aufwendungen Russlands um etwa 61 Milliarden Dollar. Und auch wenn zuletzt das Gerücht kolportiert wurde, im Weißen Haus werde über eine Verlegung von US-Truppen aus Deutschland nach Polen nachgedacht, hat die Trump-Administration bisher die westliche Russland-Politik unterstützt, teilweise bestimmt.“

 

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Wer steckt dahinter?

Dario Nassal
Kommt aus:Gebürtig Stuttgart; jetzt: Leipzig; zuvor: Amsterdam & Mannheim
Politische Position:Findet Politik in Deutschland sollte umweltfreundlicher und sozialer gestaltet sein.
Arbeitet für/als:Gründer & Geschäftsführer bei TheBuzzard.org
Was Sie noch wissen sollten:Dario ist Mitgründer von TheBuzzard.org. Er hat zuvor bei der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG, der STUTTGARTER ZEITUNG und dem MANNHEIMER MORGEN geschrieben und Politikwissenschaften in Mannheim, Istanbul und Amsterdam an führenden europäischen Universitäten studiert.
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