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Die Sicht der Länder an der Ostgrenze des NATO-Raumes darf nicht vergessen werden.
Die Sicht der Länder an der Ostgrenze des NATO-Raumes darf nicht vergessen werden.

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

der US-Präsident bleibt sich treu: Donald Trump hat den NATO-Gipfel wieder für deutliche Kritik an den Bündnispartnern genutzt. Manch einer sieht durch das Gezänk bereits die „überlebenswichtige Abschreckung“ des Militärbündnisses in Gefahr. Wir fragen dazu passend in unserer aktuellen Debatte: „Braucht die EU die USA zur Verteidigung?“

Auf dem Gipfel in Brüssel wurde bekräftigt, dass die NATO-Mitglieder bis 2024 ihre Verteidigungsausgaben schrittweise auf mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts erhöhen sollen. Hierbei gibt es bemerkenswerte Musterschüler: Mit Estland und Lettland haben zwei der drei baltischen Staaten diese Zwei-Prozent-Grenze bereits erreicht, Litauen steht kurz davor. Bei der Frage europäischer Sicherheitsarchitektur wird aber häufig unbewusst die west- oder zentraleuropäische Perspektive eingenommen – und das, obwohl diese Länder an der Grenze zu Russland auch Teil der EU (und sogar der Eurozone) sind.

Die Länder an der Ostgrenze des NATO-Raumes werden inzwischen im Rahmen der so genannten „Verstärkten Vornepräsenz“ (Enhanced Forward Presence) von Truppen aus wechselnden NATO-Ländern, insgesamt rund 4.500 Soldaten, abgesichert. Gerade das Baltikum hatte in den zurückliegenden 100 Jahren gleich mehrfach unter russischer Okkupation gelitten, was sich tief in das kollektive Gedächtnis eingebrannt hat. Wir empfehlen daher heute einen Text des litauischen Botschafters in Deutschland, Darius Semaška. In einem Essay auf der Internetseite des ATLANTIKBRÜCKE e.V. beschreibt er, wie sein Land das Verhalten Russlands als einschüchternd, bedrohlich und langfristig ermüdend erlebt. Er zeigt dies an Beispielen der letzten Jahre, etwa im Energiesektor oder an Cyberattacken. Er schließt damit, warum die Einigkeit des NATO-Bündnisses – inklusive der USA – für Länder wie seines so essenziell ist:

Russland muss wissen, dass es sich – selbst im Falle eines begrenzten Einmarsches – sofort in einem militärischen Konflikt mit der gesamten NATO-Allianz, einschließlich der Nuklearmächte und insbesondere den USA, wiederfinden würde. Genau das versuchen die Russen nämlich zu vermeiden, somit ist das der wesentliche Abschreckungsfaktor.“

 

Hier entlang zum Originalartikel.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit. Unsere aktuelle Debatte widmet sich der Frage: „Braucht die EU die USA zur Verteidigung?“

Wer steckt dahinter?

Frank Kaltofen
Kommt aus:Immer Thüringer gewesen, jetzt in Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteur in verschiedenen Kontexten
Was Sie noch wissen sollten:Studierter Politikwissenschaftler und jetzt Schreiberling. Interessiert an Menschen und ihren Geschichten. Schreibt seit 2007, am liebsten über Kulturelles & Zeitgeschichtliches.
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