Nur gemeinsam können die USA und die EU den Westen verteidigen
Nur gemeinsam können die USA und die EU den Westen verteidigen

Das Argument in Kürze:

Eines dürfen wir nicht vergessen, schreibt NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg im GUARDIAN: Es gibt gute Gründe, weshalb der Bund zwischen den USA und Europa über so viele Jahre hinweg eng war. Die transatlantischen Beziehungen haben nicht nur der EU, sondern auch den USA über Jahrzehnte hinweg Sicherheit, Stabilität und wirtschaftlichen Aufschwung beschert. Ein so starkes und bewährtes Bündnis sollte man nicht aufgeben, findet Stoltenberg. Schon gar nicht jetzt in Zeiten von internationalem Terrorismus, Massenvernichtungswaffen und Cyberkrieg.

Auch die USA wissen, wie wichtig das transatlantische Bündnis für sie ist

Stoltenbergs verliert in seinem Kommentar im GUARDIAN nur wenige Sätze über die Gegenwart. Er erwähnt den Handelskrieg, den US-Präsident Trump befeuert, mit keinem Wort. Er hält sich auch nicht damit auf, dessen Tweets zu zitieren oder den Eklat beim G7-Gipfel zu beschreiben. Stattdessen schreibt Stoltenberg von der Vergangenheit, er erinnert an die gemeinsame Geschichte, an die Erfolge des transatlantischen Bündnisses der vergangenen Jahrzehnte.

Selbstverständlich gebe es Meinungsverschiedenheiten, räumt Stoltenberg ein. Aber Meinungsverschiedenheiten habe es immer schon gegeben. Die Suez-Krise 1956, die Verlegung des Nato-Hauptquartiers von Paris nach Brüssel 1966 und den Irak-Krieg 2003. All die Streitigkeiten der Vergangenheit konnten das transatlantische Bündnis nicht zerstören. Denn die Kooperation zwischen Nordamerika und Europa sei für beide Seiten wichtig. Das wisse auch die Regierung in Washington, meint Stoltenberg.

Und deshalb schreibt er, er sei optimistisch. Das Bündnis werde weiter bestehen und stark bleiben. Um sein Argument zu stützen, verweist der NATO-Generalsekretär auf eine Zahl, die manchen Leser überraschen dürfte: Seit Trump an der Regierung ist, wurden die Ausgaben für amerikanische Militärpräsenz in Europa nicht etwa gesenkt, sondern im Gegenteil um 40 Prozent gesteigert. Und auch die Europäer haben ihre Militärausgaben um Milliarden Euro pro Jahr erhöht. Stoltenberg interpretiert das als ein Zeichen von gegenseitiger Verantwortung. Beide Seiten wüssten wie wichtig sie füreinander sind.

Es ist – und war schon immer – unser Kerninteresse, den Westen gemeinsam zu verteidigen. Und jetzt ist das wichtiger denn je. Denn wir leben in einer Zeit, die sicherheitspolitisch unvorhersehbar ist: Internationaler Terrorismus, der Einsatz von Massenvernichtungswaffen, Cyberattacken – und Russland. Russland, das Krieg mit seinen Nachbarn führt. Russland, das sich in unsere Politik einmischt und keine Skrupel hat, Nervengas mitten auf unseren Straßen einzusetzen.“   

Dieser Beitrag wird empfohlen von Dario Nassal.

Wer steckt dahinter?

Jens Stoltenberg
Kommt aus:Oslo
Politische Position:Stoltenberg gehört der norwegischen Arbeiterpartei an.
Arbeitet für/als:NATO-Generalsekretär seit 1. Oktober 2014. Davor war Stoltenberg norwegischer Ministerpräsident. Er führte zwei Regierungen, von März 2000 bis Oktober 2001 und dann erneut von 2005 bis 2013. In Stoltenbergs Regierungszeit fielen die Anschläge in Norwegen 2011.
Was Sie noch wissen sollten:Stoltenberg hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Oslo studiert. In der Vergangenheit arbeitete er auch als Journalist.
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