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Wenn wir die Grenzen schließen, bewahren wir den Wohlstand in Deutschland nicht, wir zerstören ihn.
Wenn wir die Grenzen schließen, bewahren wir den Wohlstand in Deutschland nicht, wir zerstören ihn.

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

gestern hat sich die Große Koalition nach wochenlangem Streit nun auf ein Asylpaket geeinigt. Asylverfahren sollen beschleunigt werden, außerdem soll es noch in diesem Jahr ein Einwanderungsgesetz geben. Von „Transitzentren“ an der Grenze zu Österreich, auf die sich die Union geeinigt hatte, ist laut der DPA jedoch keine Rede mehr. Migranten, die schon in einem anderen EU-Land Asyl beantragt haben, sollen das Transitverfahren stattdessen in den Einrichtungen der Bundespolizei durchlaufen, die schon in Grenznähe bestehen.

De facto bedeutet das: Die deutsch-österreichische Grenze wird stärker kontrolliert werden. Damit bewegt Deutschland sich nicht nur weg von der Vorstellung eines offenen Europas. Auch der Unterschied zu der Politik der offenen Grenzen, wie Angela Merkel sie im September 2015 verteidigte, wird deutlich. Merkel hatte für ihre Entscheidung vor drei Jahren viel Kritik bekommen. Die gesellschaftliche Debatte drehte sich vor allem um die Frage, wie viele Zuwanderer Deutschland aufnehmen könne. Viele suchten nach einer sinnvollen Zahlengrenze, um die Zahl der Immigranten zu beschränken. Eine Sorge war dabei auch, dass die Immigration negative Folgen für die Wirtschaft haben könnte.

Doch der Autor Christoph Koch erklärt in einem Artikel auf BRAND EINS, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Wären alle Grenzen offen, schreibt der Journalist, würde das weltweit zu mehr Wohlstand führen. Auch, weil sich deutlich weniger Menschen auf den Weg machen würden als allgemein angenommen.

Am Ende könnten offene Grenzen aber sogar ein Rezept gegen die globale Überbevölkerung sein: Statistiken zeigen, dass sich die Geburtenrate von Einwanderern sehr schnell auf das Niveau ihres neuen Heimatlandes einpendelt. Bekamen die türkischstämmigen Bewohner Duisburgs in den Achtzigerjahren noch mehr Kinder als die alteingesessene Durchschnittsfamilie, so ist die Geburtenrate zur Jahrtausendwende stark abgefallen und liegt inzwischen sogar unter der deutschen.“

Hier entlang zum Originalartikel.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Alisa Sonntag
Kommt aus:Ursprünglich aus dem Raum Chemnitz, aktuell in Leipzig.
Politische Position:Arbeitet bei THE BUZZARD, weil sie möglichst viele Menschen ermutigen möchte, die eigene Filterblase ab und an mal zu verlassen.
Arbeitet für/als:Studiert in Halle an der Saale "Multimedia und Autorschaft" und "International Area Studies" im Master. Arbeitet unter anderem für The Buzzard, die Mitteldeutsche Zeitung und die Freie Presse Chemnitz als freie Journalistin.
Was Sie noch wissen sollten:Hat ihr Bachelorstudium in Politik- und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen.

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