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Rausch ist ein Recht und jeder soll selbst entscheiden können, wie viel er trinkt
Rausch ist ein Recht und jeder soll selbst entscheiden können, wie viel er trinkt

Das Argument in Kürze

Nein, der Staat sollte nicht mehr gegen Alkohol und dessen Folgen tun, fordert die Grüne Jugend (GJ) Thüringen. Zumindest keine weiteren Verbote erlassen, keine Sanktionen und Repressionen. Denn Drogen und Rausch lassen sich nicht verbieten, schreiben die Jungpolitiker. Wann immer Alkohol und andere Rauschmittel verboten wurden, seien Schwarzmärkte entstanden. Statt mehr Verboten fordert die Grüne Jugend deshalb eine Drogenpolitik, die die Freiheit des Konsumenten in den Vordergrund stellt.

Jede Kultur hat ihre Drogenkultur, Verbote und staatliche Sanktionen können dieses Phänomen nicht abschaffen

Die jungen Politikerinnen und Politiker aus Thüringen betonen, dass es ihnen nicht darum gehe, die Wirkung von Alkohol, Zigaretten und illegalen Drogen zu verharmlosen oder gar zu idealisieren. Allerdings finden sie, man müsse verstehen, dass Rausch sich nicht verbieten lässt. Noch niemals hat verbieten lassen. Seit Jahrtausenden berauschten sich die Menschen an Substanzen. Jede Kultur habe eine eigene Drogenkultur herausgebildet. „So unterlag die Kaffeebohne in früheren Jahrhunderten jahrelang einem Verbot – die Haschischzigarette gehörte zum guten Stil. Und was heute seine Kreise als „Crystal Meth“ zieht, hat eine ganz ähnliche Wirkung wie das millionenfach verschriebene Ritalin“, betont die Grüne Jugend.

Wie und ob sich jemand berauschen möchte, sollte deshalb der „privaten, aber mündigen Entscheidung des Einzelnen überlassen sein.“

Repression habe noch niemals geholfen, gesundheitsschädlichen Konsum zu verhindern, argumentieren sie. Was gegen übermäßigen Konsum helfe, sei immer nur Information und Aufklärung. Folgt man diesem Argument, ist es auch keine gute Idee, wenn der Staat Alkohol auf öffentlichen Plätzen verbietet oder höhere Steuern auf Bier oder Wein erlässt wie in Schweden. Die Freiheit des Konsumenten einzuschränken führe in eine Sackgasse. Die jungen Grünen schreiben:

„Die Prohibition, also die willkürliche strafrechtliche Sanktionierung von Drogenkonsum (Stichwort Cannabis und Alkohol), ist gescheitert. Unter allen Warenmärkten dieser Welt hat schließlich ein Markt noch immer am besten funktioniert: der Schwarzmarkt – mit allen nur erdenklichen negativen Konsequenzen. Drogenkonsum durch kriminalpolitische Intervention und juristische Strenge unterbinden zu können, ist eine Illusion, die in ihren nachteiligen Auswirkungen ihresgleichen sucht.“

Warum wir den Beitrag empfehlen:

Dieser Beitrag der Grünen Jugend Thüringen hilft uns die Gemeinsamkeiten zwischen der Debatte um Alkohol, Zigaretten- und Cannabis-Verbote und -Sanktionen zu erkennen. Im Kern geht es um denselben Streitpunkt: Wie sehr darf der Staat die Freiheit des Einzelnen einschränken, um ihn vor sich selbst und vor seinen Mitmenschen zu schützen? Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), deren Beitrag wir ebenfalls in dieser Debatte zusammenfassen, betont, wie schädlich das Verhalten eines Einzelnen für seine Mitmenschen sein kann und möchte deshalb Alkohol strenger regulieren. Die Grüne Jugend auf der anderen Seite schätzt die Freiheit des Individuums als wichtiger ein und ist deshalb gegen weitere Regulierungen. Beide Argumente sollten gehört werden in einer Debatte, in der Gesetzgeber zwischen Individuum und Gesellschaft abwägen müssen.

Der Beitrag wird empfohlen von Dario Nassal.

Wer steckt dahinter?

Grüne Jugend Thüringen
Kommt aus:Erfurt
Politische Position:Neben klassischen Positionen von Bündnis 90/Die Grünen setzt sich die Grüne Jugend in Thüringen auch viel dafür ein, junge Menschen gegen Faschismus und Rassismus zu mobilisieren (auch gegen die Alternative für Deutschland). Dementsprechend ist der Slogan der jungen Grünen auch „Ökologisch. Solidarisch. Antifaschistisch.“
Arbeitet für/als:Die Jungen Grünen Thüringen sind ein Jugendverband des Grünen-Landesverbandes von Bündnis 90/Die Grünen.
Was Sie noch wissen sollten:Unter gj-thueringen.de finden sich nicht nur alle Informationen zum aktuellen Programm und zum Personal, sondern auch zahlreiche Blogbeiträge, in denen sich die Jungpolitiker zu aktuellen Streitfragen wie dem Cannabis-Verbot positionieren.
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