Zurück zur Übersicht
Alkohol kostet die Steuerzahler deutlich mehr, als er einbringt
Alkohol kostet die Steuerzahler deutlich mehr, als er einbringt

Das Argument in Kürze:

Die Deutschen trinken zu viel Alkohol. Viel zu viel. Zu diesem Schluss kommt der aktuelle Jahresbericht der Deutschen Hauptstelle für Suchtanfragen (DHS). Dabei betont die DHS: Das Trinken gefährdet nicht nur die Gesundheit von Millionen Menschen in Deutschland, sondern es kostet die Steuerzahler vor allem auch jedes Jahr sehr viel Geld. Alkohol provoziert Verkehrsunfälle, zerreißt Familien und führt zu Ausfällen und Krankschreibungen. Laut Schätzungen der DHS entstehen dadurch jedes Jahr Kosten von 40 Milliarden Euro, demgegenüber stehen Steuereinnahmen von nur drei Milliarden Euro. Der Staat sei deshalb gezwungen, mehr gegen Alkohol und dessen Folgen zu tun.

Alkohol schadet nicht nur den Menschen und ihrer Gesundheit sondern auch der deutschen Wirtschaft

Die DHS berichtet: Jeder Bundesbürger trinkt aktuell im Schnitt 9,5 Liter reinen Alkohol pro Jahr. Das ist nicht nur problematisch für die Trinker selbst, sondern für die gesamte Volkswirtschaft. Zunächst leiden die Familien von Trinkern. Rund 2,65 Millionen Kinder in Deutschland wachsen in Suchtfamilien auf, in denen es häufiger zu sexuellen Übergriffen, Gewalt und Missbrauch kommt. Das wiederum bedingt Traumata, höhere Suchtanfälligkeit und häufig sozialen Abstieg bei den Passivtrinkern. Auch für Kleinkinder sind die Kosten enorm: Jährlich kommen rund 10 000 Neugeborene mit Alkoholschäden auf die Welt, weil ihre Mütter während der Schwangerschaft trinken.

Darüber hinaus führt Alkohol zu mehr Verkehrsunfällen auf den Straßen. Bei Unfällen, die durch Alkohol entstehen, gibt es mehr Schwerverletzungen und Unfalltote. Laut dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat starb 2016 jeder 14. Unfalltote infolge eines durch Alkohol bedingten Unfalls. Schließlich führt Alkohol auch bei Unternehmen zu Verlusten. Rund 10 Prozent aller Arbeitnehmer sind laut DHS suchtgefährdet oder alkoholabhängig, was zu mehr Ausfällen und Krankheitstagen führt.

Das alles koste den Steuerzahler jedes Jahr viele Milliarden Euro. Der MDR zitiert:

„Darüber hinaus führt Alkoholkonsum auch zu finanziellen Verlusten für Betriebe und die Volkswirtschaft. Die DHS geht davon aus, dass fünf Prozent der Arbeitnehmer problematisch viel Alkohol trinken und weitere fünf Prozent abhängig sind. Inklusive der erhöhten Kosten für das Gesundheitssystem kommt die DHS auf jährliche Kosten für die Bundesrepublik durch Alkohol in Höhe von 40 Milliarden Euro.“

 

Warum wir den Beitrag empfehlen:

In der Debatte um Alkoholverzicht betonen viele Menschen den wirtschaftlichen Stellenwert der Alkoholindustrie. Nach dem Motto: Weil Alkohol viele Arbeitsplätze in Deutschland erhält, sollte man nicht strenger gegen das Genussmittel vorgehen. Wer die Zahlen aus dem aktuellen Jahresbericht der DHS kennt, weiß, was Alkohol anrichten kann. Der Bericht legt den Fokus auf die vielen versteckten Kosten für Familien, für Autofahrer und für Arbeitgeber, die durch Alkoholkonsum entstehen. Die Zusammenfassung bei MDR Brisant beleuchtet die wichtigsten Fakten und leitet zur Originalstudie der DHS weiter.

Dieser Beitrag wird empfohlen von Dario Nassal.

Wer steckt dahinter?

Deutsche Hauptstelle für Suchtanfragen
Kommt aus:Hamm, Westfalen
Arbeitet für/als:Die DHS ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein und fungiert als zentrale Dachorganisation, die sich in Deutschland mit Suchtprävention und -behandlung beschäftigt. Die deutschen Verbände, die für Prävention, Selbsthilfe und Suchtbehandlung arbeiten, stehen unter dem Dach der DHS. Die DHS arbeitet dabei mit Ministerien, Renten- und Krankenversicherungen sowie Gesundheitsverbänden zusammen.
Was Sie noch wissen sollten:Die DHS wird aus dem Bundeshaushalt, von Renten- und Krankenversicherungen sowie durch Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert. Unter www.dhs.de können Sie aktuelle Veröffentlichungen wie den Jahresbericht 2018 kostenlos herunterladen.
Lies The Buzzard ab sofort in deinem E-Mail Postfach. Nein danke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.