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Entscheidend ist jetzt der Blick auf die „europäische Türkei“
Entscheidend ist jetzt der Blick auf die „europäische Türkei“

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

die Ergebnisse der Wahlen in der Türkei haben in dieser Woche für eine Menge Diskussionsstoff gesorgt. Kritische Stimmen, insbesondere gegenüber Präsident Recep Erdoğan, waren in Deutschland dabei stark vertreten. Düstere Zukunftsszenarien wurden gezeichnet. Wir fragen passend dazu in unserer aktuellen Debatte: „Ist unser Bild von der Türkei zu negativ?“

Ein großer Aufreger in der medialen Diskussion war das Abstimmungsverhalten der in Deutschland lebenden Türken, das zum Anlass für eine neue Integrationsdebatte genommen wurde: Kommentatoren fragten, wie sich die hohe Zahl hier lebender „Erdoğan-Fans“ erklären ließe oder welche Schlüsse man aus diesem Wahlverhalten ziehen sollte. Andere Beiträge fragten nach den außenpolitischen Konsequenzen, mit denen Deutschland sowie die EU als Ganzes nun auf den Wahlsieg Erdoğans reagieren müssten.

Als Perspektivwechsel empfehlen wir hingegen heute einen Beitrag des STERN-Korrespondenten in Athen, Raphael Geiger, der betont: Die Türkei ist nicht nur Erdoğan, ist nicht nur AKP. Trotz absoluter Mehrheit Erdoğans bei den Präsidentschaftswahlen habe sich „[die] Türkei der 48 Prozent, die Erdoğan nicht wählen“, in den zurückliegenden Wochen und Monaten als politisch aktiv und ambitioniert präsentiert. Diesen Teil der türkischen Zivilgesellschaft dürfte man jetzt nicht vergessen: „Sie sind aktive Demokraten, nicht Passive wie die meisten Europäer. Sie geben sich nicht auf, auch wenn der Kampf oft aussichtslos erscheint.“ Diese „europäische Türkei“ habe die Beachtung und Unterstützung der deutschen Regierung verdient. Geigers Kommentar, der sich freilich einer recht vereinfachten Gut-Böse-Unterscheidung bedient, schließt darum mit einem emotionalen Appell:

Die 48 Prozent sind Europäer, sie brennen für Europa und für liberale Werte. Sie sind unsere Verbündeten. Sie gehören zu uns.“

Hier entlang zum Originalbeitrag.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. Unsere aktuelle Debatte widmet sich der Frage „Ist unser Bild von der Türkei zu negativ?“

Wer steckt dahinter?

Frank Kaltofen
Kommt aus:Immer Thüringer gewesen, jetzt in Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteur in verschiedenen Kontexten
Was Sie noch wissen sollten:Studierter Politikwissenschaftler und jetzt Schreiberling. Interessiert an Menschen und ihren Geschichten. Schreibt seit 2007, am liebsten über Kulturelles & Zeitgeschichtliches.
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