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Warum der Vorwurf der einseitigen Berichterstattung unangebracht ist
Warum der Vorwurf der einseitigen Berichterstattung unangebracht ist

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

die „Öffentlich-rechtlichen“ stehen nicht gut da. ARD, ZDF, DEUTSCHLANDFUNK und Co. müssen sich seit Längerem die Bezeichnung „Mainstream-Medien“ oder „Staatsfunk“ anhören. GEZ-Gegner kritisieren die Rundfunkgebühren als  „Zwangsabgabe“. Und häufig heißt es, dass einseitig berichtet werde. Vor allem jetzt, während des offenen Streits zwischen CDU und CSU würden sie sich auf die Seite Angela Merkels schlagen und ihre Asylpolitik verteidigen.

Am Dienstag titelte die BILD dann: „Tagesschau rechnet mit Merkel ab.“ Und weiter: „Ausgerechnet die öffentlich-rechtliche ARD-„Tagesschau“ überraschte am Montag (…) mit einer Rücktrittsforderung an die Kanzlerin.“ Gemeint war ein Kommentar, den der MDR-Journalist Malte Pieper im Rundfunk gebracht hatte (der Beitrag war gar nicht in der Tagesschau gesendet worden). Darin fordert er Angela Merkel sehr deutlich zum Rücktritt auf.

Die Reaktion der Bild hat sich Klaus Raab zum Anlass genommen, einen sehr lesenswerten Kommentar zur „Öffentlich-rechtlichen Meinungs-Freiheit“ zu schreiben. Der Bild-Artikel, schreibt der Journalist auf ÜBERMEDIEN, suggeriere, dass es „Neuigkeitswert hat, wenn die Öffentlich-rechtlichen kritisch mit der Kanzlerin umspringen.“ Das ist pikant. Denn einerseits wirft die Bild den Öffentlich-rechtlichen damit einseitige Berichterstattung vor. Gleichzeitig, so fasst es Raab zusammen, leihe sich die Bild „die Seriösität, die der Marke Tagesschau zugeschrieben wird, um die eigene Agenda in der Flüchtlingspolitik zu bestätigen.“ Die Bild nämlich verfolge eine eigene Agenda – berichtet also selbst einseitig. Nur eben gegen Merkels Asylpolitik. „Da kommt die scharfe Meinung eines ARD-Redakteurs, den man kurzerhand zur „Tagesschau“ erklärt, gerade recht.“

Medien, die von Gebühren finanziert werden, müssten aber neutral berichten, zitiert Raab in seinem Text. Aber was heißt neutral? Kritik „nur aus Ausgewogenheitsgründen nicht zu schreiben?“, fragt er. Oder um neutral zu bleiben, Begriffe wie „Asyltourismus“ unkommentiert zu übernehmen? Nein, findet Raab und positioniert sich deutlich in seinem Text.

Hier entlang zum Originalartikel.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. Zur Frage: „Sollten wir den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland abschaffen?“ haben wir hier eine umfassende Debattenübersicht erstellt.

Wer steckt dahinter?

Clara Lipkowski
Kommt aus:Gebürtig aus Essen, aktuell in Bayern
Arbeitet für/als:Freie Journalistin
Was Sie noch wissen sollten:Lebte studiumsbedingt in Düsseldorf, Berlin und St. Petersburg. Nun berufsbedingt in München. Interessiert am politischem Weltgeschehen, Sprachen, Kultur und der russischen Weite.
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