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Trump hat andere Staaten unter Druck gesetzt, damit die USA 2026 die WM ausrichten können
Trump hat andere Staaten unter Druck gesetzt, damit die USA 2026 die WM ausrichten können

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

in den nächsten Wochen ist der Fußball aus den Medien nicht wegzudenken. Dass Fußball immensen Einfluss und auch eine politische Dimension besitzt, lässt sich wohl kaum bestreiten. Wir fragen deshalb in unserer aktuellen Wochendebatte: „Ist Fußball zu mächtig?“

Eine brisante Frage ist dabei auch stets, in welchem Land die Fußball-WM ausgerichtet wird; das hat die Diskussionen über die Ausrichtung in Russland zuletzt gezeigt. Mit Spannung wurde deshalb auf die gestrige Vergabe der Weltmeisterschaft 2026 geschaut. Als WM-Gastgeber zur Wahl stellten sich dem FIFA-Kongress einerseits Marokko, anderseits die USA, Mexiko und Kanada mit einer gemeinsamen „United“-Kandidatur. Erstmals kam ein neues Wahlsystem zum Einsatz, bei der die Stimmvergabe aller Verbände offen erfolgt. Als Gegenentwurf zu den früheren geheimen Abstimmungen der Fußballfunktionäre sollte dies der Forderung nach Transparenz bei der WM-Vergabe entgegenkommen.

Dennoch gab es im Vorfeld viel Kritik an dem neuen Modus, da dieser der Einflussnahme Tür und Tor öffne – als Beleg galt eine recht unverhohlene Twitter-Drohung von US-Präsident Trump. Trump drohte Staaten, die gegen die USA bei der Vergabe stimmen würden, wirtschaftliche und politische Folgen an. Eine, wie die Süddeutsche Zeitung schreibt, „beispiellose Erpressung„, gegen die die FIFA nichts unternommen hat.

Wir empfehlen darum heute einen DEUTSCHLANDFUNK-Beitrag, der nun nach der Abstimmung, das Abstimmungsverhalten einordnet und die von der Fifa veröffentlichte Übersicht der Stimmvergabe verlinkt. So zeigt sich beispielsweise, dass zahlreiche afrikanische Staaten für Marokko als WM-Ausrichter gestimmt haben – aber eben längst nicht alle, was durchaus mit der Drohung Trumps zusammenhängen kann. Letztlich ging jedenfalls die „United“-Kandidatur der drei Länder als klarer Sieger hervor. Interessant ist auch die Stimme Russlands zugunsten der USA, Kanadas und Mexikos (darin übrigens in seltener Einigkeit mit der Ukraine) sowie die Tatsache, dass eine Reihe europäischer Länder – darunter fußballerisch und politisch nicht ganz irrelevante wie Frankreich und Italien – ihre Stimme nicht der US-Bewerbung gaben.

„Das neue Abstimmungsverhalten zeigt also, wie politisch aufgeladen die WM-Vergabe ist. Die neue Offenheit trägt Konflikte offen zu Tage.“

Hier entlang zum Originalbeitrag.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Thema eine alternative Sichtweise bietet. Dem Fußball widmen wir übrigens auch unsere aktuelle Debatte.

Wer steckt dahinter?

Frank Kaltofen
Kommt aus:Immer Thüringer gewesen, jetzt in Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteur in verschiedenen Kontexten
Was Sie noch wissen sollten:Studierter Politikwissenschaftler und jetzt Schreiberling. Interessiert an Menschen und ihren Geschichten. Schreibt seit 2007, am liebsten über Kulturelles & Zeitgeschichtliches.
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