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Wie eine Nordkoreanerin über das Treffen Trumps mit Kim denkt
Wie eine Nordkoreanerin über das Treffen Trumps mit Kim denkt

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

Donald Trump hat sich schon während aber vor allem nach seinem Treffen mit Kim Jong-un selbst gelobt und feiern lassen. Voller Stolz präsentierte er auf der anschließenden Pressekonferenz in Singapur ein Video, das er auch Kim gezeigt habe. In den internationalen Medien kam das Video weniger gut an, es wurde als kitschig und skurril und Propagandavideo bezeichnet.

Nichtsdestotrotz loben viele Politiker den US-Präsidenten für das Treffen mit dem nordkoreanischen Diktator. Der südkoreanische Präsident Moon Jae-in schlug Trump als Friedensnobelpreisträger vor. Viele Trump-Anhänger in den USA feiern seinen außenpolitischen Erfolg. In Europa wurde das Treffen medial sehr intensiv, teils hysterisch, begleitet.

Für Yeonmi Park ist das alles nur eine inszenierte Polit-Show, die ihr ziemlich bekannt vorkommt. Sie ist Geflüchtete aus Nordkorea und erlebte als sie sieben Jahre alt war, im Jahr 2000, bereits ein Treffen, das in seiner Bedeutung vergleichbar war. In einem Video der NEW YORK TIMES erinnert sie sich, wie sich der südkoreanische und der nordkoreanische Präsident, Kim Dae-jung und Kim Jong-il, damals in Pjöngjang trafen. „Und was passierte danach?“, fragt sie. „Nichts hat sich geändert“. Aber: Kim Dae-jung erhielt den Friedensnobelpreis.

Sechs Jahre später floh Yeonmi Park aus Nordkorea. Sie schildert kurz ihre sehr persönlichen Erfahrungen, die von Hunger und Gewalt geprägt waren. Dann richtet sie sich mit einem Appell an Donald Trump, weil dieser keine Zugeständnisse von Kim Jong-un erhalten habe. Von den Amerikanern fordert sie:„Ihr habt die Macht, euren Präsidenten aufzufordern für Menschenrechte in Nordkorea zu kämpfen. Nutzt sie.“

Hier entlang zum Video.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Thema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Clara Lipkowski
Kommt aus:Gebürtig aus Essen, aktuell in Bayern
Arbeitet für/als:Freie Journalistin
Was Sie noch wissen sollten:Lebte studiumsbedingt in Düsseldorf, Berlin und St. Petersburg. Nun berufsbedingt in München. Interessiert am politischem Weltgeschehen, Sprachen, Kultur und der russischen Weite.
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