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Fußballverbände nutzen ihre politische Macht aus
Fußballverbände nutzen ihre politische Macht aus

Das Argument in Kürze:

Deutschland hat sich ein schweres Fußball-Fieber eingefangen, meint Moritz Küpper in seinem Beitrag für den DEUTSCHLANDFUNK. Das Leitsymptom: Funktionäre könnten der Politik oft die Spielregeln diktieren. Und denen füge sich die Politik wegen der Wirtschaftskraft und Popularität des Fußballs nur allzu oft.

Wo Geld ist, kann Macht nicht fern sein

Mesut Özil hat auf Facebook 10-mal so viele Fans wie Bundeskanzlerin Merkel. Ja, Fußball ist populär. Die Popularität zeigt sich aber nicht nur in Facebook-Likes, sondern macht Fußball zu einem profitablen Geschäft. Mehr als zwei Milliarden Euro würden die Vereine jährlich umsetzen, schreibt Küpper. Und wo Geld ist, kann Macht nicht fern sein. Küpper zieht Bilanz über das „System Fußball“, in dem die Deutsche Fußball Liga einfach Großevents aus Städten abzieht um gegen Mehrkosten zu protestieren und der DFB den Zuschlag für Großprojekte davon abhängig macht, ob er Grundstücke kostenlos zur Verfügung gestellt bekommt. Besonders betont Küpper die Vermischung von Fußball und Politik: Wie problematisch ist es, wenn ein Schatzmeister des DFB gleichzeitig Politiker ist und im Bundestag eine Steuerbefreiung für die Europameisterschaft 2024 fordert?

„Der DFB will eine Steuerbefreiung für Großereignisse. Und während es auf der Bühne große Zustimmung dafür gibt (…) hört man aus dem Saal vereinzeltes Murren: Ich müsste mich nur mal trauen, für meine WM nach so was zu fragen, sagt einer der Präsidenten aus dem Bereich Tischtennis oder Karate zu seinem Nebenmann, mir würde keiner zuhören. Offen sagen will er es aber nicht.“

Warum wir den Beitrag empfehlen:

Küpper zeigt in seinem Beitrag zwei Seiten des Fußballs. So erscheint Fußball einerseits als verbindendes, gesellschaftliches Gut. Andererseits aber als ein Imperium, das von wirtschaftlichen Eliten nicht nur kontrolliert, sondern auch instrumentalisiert wird. Die Schilderung eines Spiegel-Journalisten, dem von Bayern München Interviews mit Spielern verweigert wurden, nachdem er über unliebsame Themen schrieb, macht nachdenklich.

Dieser Beitrag wird empfohlen von Lars Hauch.

Wer steckt dahinter?

Moritz Küpper
Kommt aus:Köln
Arbeitet für/als:Landeskorrespondent in NRW für den Deutschlandfunk.
Was Sie noch wissen sollten:2014 war Küpper noch Redakteur in der Sportredaktion des Deutschlandfunks. Er hat an der Universität Bonn in Politikwissenschaften promoviert und freiberuflich unter anderem für das Handelsblatt, Capital und die Süddeutsche gearbeitet.
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