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Nur mit kostenlosem ÖPNV kann Deutschland die Klimaschutzziele erreichen
Nur mit kostenlosem ÖPNV kann Deutschland die Klimaschutzziele erreichen

Das Argument in Kürze:

Stau, Stau und nochmals Stau, die Deutschen stehen immerzu im Stau, findet Franz Alt. Sie verbringen sogar, meint der Journalist im Magazin CHRISMON, mehr Stunden im Stau als beim Sex. „Ist das Lebensqualität?”, fragt er und gibt die Antwort gleich selbst: Nein. Die Verkehrssituation hierzulande sei katastrophal und entsprechend schlecht falle die Klima-Bilanz aus: „Hauptsächlich im Verkehr verfehlt Deutschland seine Klimaschutzziele.” Wäre aber der Nahverkehr kostenlos, wären „rasch die schlimmsten Auswüchse” entschärft.

Kostenloser ÖPNV ist nicht finanzierbar? Doch. Es fehlt lediglich der politische Wille

Dass kostenloser Nahverkehr nicht finanzierbar wäre, nennt Alt ein Totschlagargument. Würde der Diesel bei der Mineralölsteuer nicht mehr privilegiert, verblieben jährlich sieben Milliarden Euro mehr in den Staatskassen. Die Streichung der Pendlerpauschale brächte weitere fünf Milliarden Euro. Lediglich die Einnahmen aus dem Ticketverkauf – sechs Milliarden Euro im Jahr –müssten aufgefangen werden. „Machbar”, meint Franz Alt.

Deutschland braucht eine Offensive für den ÖPNV. Eine andere Politik ist möglich. Autofahren ist heilbar. 81 Prozent der Deutschen halten eine Verkehrswende für dringend nötig. Immer mehr Menschen, immer mehr Autos und zu wenig Platz. Zu viele Autos stören einfach. Wir müssen Verkehr neu denken. Es ist bisher hauptsächlich der politische Wille, der im Stau steckt.”

Warum wir diesen Artikel empfehlen:

Franz Alt schreibt plakativ und scheut keine Floskeln oder gar Belehrungen („Autofahren ist heilbar”), um seine Meinung auszudrücken. Fast euphorisch setzt er sich in seinem Artikel dafür ein, Trägheit und mangelnden politischen Willen zu überwinden und den kostenlosen ÖPNV zu realisieren.

Dieser Beitrag wird empfohlen von Clara Lipkowski.

 

Wer steckt dahinter?

Franz Alt
Kommt aus:Bruchsal, Baden-Württemberg
Politische Position:Alt ist bekennender Christ und setzt sich als solcher für ökologische Themen ein. Er trat 1963 in die CDU ein und 1988, wegen der Haltung der CDU nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, wieder aus. Er steht der ÖDP nahe.
Arbeitet für/als:Journalist und Buchautor. Alt war 20 Jahre lang Redakteur und Moderator bei der ARD. Mittlerweile schreibt er Gastkommentare und Hintergrundberichte für Zeitungen und Magazine und berät Konzerne und Regierungen in Energiefragen.
Was Sie noch wissen sollten:Auf seinem Blog meldet sich Franz Alt regelmäßig zu Politik und Energiewirtschaft zu Wort.
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