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Der neue US-Botschafter Grenell ist voller Widersprüche – und stolz darauf
Der neue US-Botschafter Grenell ist voller Widersprüche - und stolz darauf
Link zum Originalbild | Urheber:Plot Spoiler | Wikimedia Commons | CC BY-SA 2.0

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

 

Guten Morgen,

Richard Grenell ist erst seit kurzem der neue US-Botschafter in Deutschland, sorgte aber gestern schon für große Aufregung in der politischen Welt. In einem Interview mit dem rechten US-Medium BREITBART hatte er angekündigt, konservative Kräfte in Europa stärken zu wollen. Dabei behalten Diplomaten Vorlieben für gewisse Parteien und Bewegungen eigentlich für sich – sie zu äußern, gilt als Einmischung in die Innenpolitik. Das deutsche Außenministerium bat wegen seiner Äußerung die USA um Aufklärung. So besonnen reagierten jedoch nicht alle: Sarah Wagenknecht forderte die sofortige Ausweisung des US-Botschafters.

Auch für viele Medien sind die Worte des US-Botschafters ein rotes Tuch: „Grenell hat nichts verstanden“ titelt FOCUS ONLINE und schreibt, der Amtsauftakt des Diplomaten lasse Böses erahnen. Botschafter seien „Übersetzer der Politik ihres Heimatlandes“, keine Frontkämpfer. Ähnlich sieht das auch die FAZ. „Wenn Grenell so weitermacht wie in den ersten Wochen, wird das Verhältnis zu seinem Gastland ein Spiegel der Beziehung des Präsidenten zu Deutschland: keine glückliche“, schreibt sie.

Grenell ist so lautstark in sein Amt eingetreten, dass seine Person und seine bisherige politische Karriere deutlich weniger Aufmerksamkeit bekommen haben als seine ersten Amtshandlungen. SPIEGEL ONLINE hat sich trotzdem die Zeit genommen, sich ersteres genauer anzuschauen. Und dabei festgestellt: Der Mann, der häufiger twittert als Donald Trump, gibt vor, dass die Inkonsitenz seiner politischen Positionen keine Schwäche sind – im Gegenteil: Grenell sieht darin eine Stärke..

Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich innerhalb und außerhalb der Botschaftsmauern die Sicht auf die derzeitige Weltlage ist. Während in Zeitungen nach der Aufkündigung des Iran-Deals von einem Ende der westlichen Allianz die Rede ist, vermag der amerikanische Botschafter keinen tiefen Graben zwischen Europa und den USA zu erkennen. Im Gegenteil: Er sieht die Iran-Frage als Beleg, dass man auf derselben Seite stehe.“

Hier entlang zum Originalartikel.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. Auch mit der USA unter Trump haben wir uns schon auseinandergesetzt – mit der Frage, ob der Ausstieg der USA aus dem Klimaabkommen wirklich ein ein Problem ist. Weitere außenpolitische Debatten können Sie in unserer Themenübersicht finden.

Wer steckt dahinter?

Alisa Sonntag
Kommt aus:Ursprünglich aus dem Raum Chemnitz, aktuell in Leipzig.
Politische Position:Arbeitet bei THE BUZZARD, weil sie möglichst viele Menschen ermutigen möchte, die eigene Filterblase ab und an mal zu verlassen.
Arbeitet für/als:Studiert in Halle an der Saale "Multimedia und Autorschaft" und "International Area Studies" im Master. Arbeitet außer für THE BUZZARD unter anderem für den MDR.
Was Sie noch wissen sollten:Hat ihr Bachelorstudium in Politik- und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen.
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