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Es geht um individuellen Freiraum, nicht um kürzere Arbeitszeiten
Es geht um individuellen Freiraum, nicht um kürzere Arbeitszeiten

Das Argument in Kürze:

Die Wirtschaftsweisen forderten Ende 2017 eine Abkehr vom Acht-Stunden-Tag. Durch flexiblere Arbeitszeiten würden deutsche Firmen wettbewerbsfähiger bleiben, so die Argumentation. Man sollte also die Arbeitszeit nicht verkürzen, sondern einfach individueller strukturieren können. Der Journalist Ole Siebrecht stimmt in seinem Beitrag für ZE.TT zu: Vor allem bei kreativen Berufen sei es nicht mehr zeitgemäß, die Arbeit von 9 bis 17 Uhr im Büro zu erledigen. Eine strikte Trennung von Beruf und Privatleben könnten sich viele nicht mehr vorstellen.

Arbeit sollte nicht mehr in starren Strukturen gedacht werden

Kein Acht-Stunden-Tag mehr, sondern nur noch eine Höchstarbeitszeit von 48 Stunden pro Woche – das empfehlen die Wirtschaftsweisen. Außerdem soll die Ruhezeit zwischen zwei Arbeitstagen von elf auf neun Stunden verkürzt werden. Siebrecht begrüßt diesen Vorschlag und schreibt, dass die zunehmende Digitalisierung der Arbeit es einfacher mache, flexibler und dezentraler zu arbeiten. Zum Beispiel durch Apps auf dem Handy, die die Kommunikation mit Chef und Kollegen erleichtern. Außerdem würden gerade kreative Berufe durch einen typischen Nine-to-Five-Tag eher behindert: „Ich kann mich doch aber nicht an den Schreibtisch setzen und sagen: So, jetzt bin ich kreativ. Und um 17 Uhr packe ich meine Sachen und höre auf kreativ zu sein.“

Siebrecht räumt ein, dass es Regelungen geben müsste, damit Arbeitnehmer nicht ausgenutzt werden und ständig auf Abruf bereit stehen müssen. Auch sei eine Abkehr vom Acht-Stunden-Tag nur für bestimmte Branchen sinnvoll. Vor allem bei körperlich anstrengenden Berufen würden acht Stunden pro Tag weiterhin Sinn machen. Trotzdem fordert Siebrecht, dass wir flexibler über Arbeit nachdenken sollten: „Wenn ich am Montag länger arbeite, dann kann ich am Dienstag ja etwas später kommen. Oder wenn ich drei Tage etwas mehr zu tun habe, kann ich ja vielleicht schon am Donnerstag ins Wochenende starten.“

Warum wir den Beitrag empfehlen:

Siebrecht stellt als ein Vertreter der jüngeren Generation seine persönliche Sichtweise auf Arbeit dar – eine, mit der sich junge Arbeitnehmer oft identifizieren können. Seine Argumentation zeigt, dass flexiblere Arbeitszeiten uns auch mehr Freiheiten geben könnten – und damit die Wünsche und Lebensentwürfe der jungen Generation besser reflektieren.

Dieser Beitrag wird empfohlen von: Stephanie Berens

Wer steckt dahinter?

Ole Siebrecht
Kommt aus:Göttingen
Arbeitet für/als:Journalist für Onlinemedien, TV und Print
Was Sie noch wissen sollten:Siebrecht hat in Berlin Medienwissenschaft studiert. Momentan schreibt er für ZE.TT, einem Angebot der ZEIT für junge Leser. Außerdem produziert er Videos für FUNK, dem Content-Netzwerk von ARD und ZDF für junge Leute.
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