Zurück zur Übersicht
So sehen Fußball-Ultras sich selbst
So sehen Fußball-Ultras sich selbst

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,
im Internet kursiert ein Bild von Fans des FC Energie Cottbus. Sie posieren mit weißen Kapuzen im Stil des Ku-Klux-Klans, in ihren Händen ein großes Transparent mit der Aufschrift „Aufstieg des Bösen“. Davor brennt ein Feuer. Das Bild ist nach dem Spiel FC Energie Cottbus gegen SC Weiche Flensburg auf dem Cottbuser Marktplatz entstanden, dessen Null zu Null für den FC Cottbus den Aufstieg in die dritte Liga bedeutete. Die Polizei soll von der Aktion erst im Anschluss erfahren haben. Jetzt ermittelt der polizeiliche Staatsschutz wegen Verstoßes gegen das Versammlungsverbot. Eine Polizeisprecherin sagte, dass eine Personengruppe die Situation für ihr Gedankengut missbraucht habe, als viele hundert Menschen feierten.
Dass Gewalt im Allgemeinen und das Foto im Speziellen inakzeptabel sind, ist klar. Dennoch ist die Berichterstattung über Hooligans und Ultras häufig undifferenziert. Sie betrachtet die Gruppierungen vor allem von außen und aus der Perspektive der Polizei. So spricht Ursula Nonnemacher, die Innenexpertin der Grünen, in der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“ von einer „unheilvollen und gefährlichen Szene“ in Cottbus und fordert, dass „echte Fußballfans“ gestärkt werden müssen. Das Spiegel TV Magazin sagt über russische Hooligans: „Sie sind jung, sie sind Männer, sie kommen aus Russland und sie prügeln sich gerne. Doch eins sind sie nicht – echte Fußball-Fans.“
Sinan Sat und Peter Siebens Beitrag für DER WESTEN versucht, hinter das Klischee zu blicken. Die Journalisten haben ein anonymes Interview mit einem Ultra geführt und deutlich gemacht, dass die Außenwahrnehmung und die Selbstwahrnehmung der Fangruppen weit auseinander klaffen. Dass Hooligans und Ultras nicht dasselbe sind und dass die Szene sich verändert hat. Dabei geben die Autoren Acht darauf, sich nie mit einer Seite gemein zu machen und ziehen auch einen Wissenschaftler zu Rate.

„Wir treffen Michael Blechstein, der eigentlich anders heißt, in einem Café. Er achtet genau auf seine Worte. Er stützt den Kopf auf die Hand, kratzt sich immer wieder am Kinn, lässt immer ein paar Sekunden verstreichen, bevor er auf Fragen antwortet. „Das muss ich anders ausdrücken“, sagt er, wenn er eine Formulierung noch einmal ändern will. „Radikalisierung“ zum Beispiel wird zu „gesteigerte Emotionalität“, als er zu erklären versucht, was Ultras von normalen Fans unterscheidet.“

Hier entlang zum Originalartikel.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Alisa Sonntag
Kommt aus:Ursprünglich aus dem Raum Chemnitz, aktuell in Leipzig.
Politische Position:Arbeitet bei THE BUZZARD, weil sie möglichst viele Menschen ermutigen möchte, die eigene Filterblase ab und an mal zu verlassen.
Arbeitet für/als:Studiert in Halle an der Saale "Multimedia und Autorschaft" und "International Area Studies" im Master. Arbeitet unter anderem für The Buzzard, die Mitteldeutsche Zeitung und die Freie Presse Chemnitz als freie Journalistin.
Was Sie noch wissen sollten:Hat ihr Bachelorstudium in Politik- und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen.
Lies The Buzzard ab sofort in deinem E-Mail Postfach. Nein danke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.