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Daten sammeln kann auch Vorteile haben – vor allem für die Forschung
Daten helfen uns, die Welt besser zu verstehen

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

heute tritt die EU-Datenschutzgrundverordnung in Kraft. Ab sofort sollen Nutzer leichter Informationen darüber erhalten, welche ihrer Daten gesammelt und wie sie genutzt werden. Außerdem wird in dem neuen Gesetz das „Recht auf Vergessenwerden“ festgeschrieben. Nutzer können nun unter bestimmten Umständen fordern, dass ihre Daten gelöscht werden. Zum Beispiel, wenn sie für den Zweck, für den sie erhoben wurden, nicht mehr nötig sind oder wenn sie missbräuchlich verarbeitet wurden.

Dass Daten überhaupt gesammelt werden, sehen viele Medienstimmen kritisch. Die Computerforscherin Jennifer Cobbe schreibt für INTERNATIONAL POLITICS AND SOCIETY beispielsweise, dass Firmen unsere Daten nutzen, um uns zu manipulieren. Nicht nur Produktanzeigen, sondern auch Werbung für Wahlkandidaten und Online-Inhalte würden genau auf uns zugeschnitten – zu unserem Nachteil. Der Unternehmer Lars Jäger geht noch einen Schritt weiter. Er schreibt für TELEPOLIS, dass wir durch unsere Daten nicht nur gezielt manipuliert, sondern auch systematisch überwacht werden können.

Doch das Sammeln von Daten an sich muss nicht schlecht sein. Viktor Mayer-Schönberger, der am Oxford Internet-Institut lehrt, zeigt eine andere Sichtweise auf: Im Interview mit der SÜDDEUTSCHEN Zeitung sagt er, dass wir durch Daten die Komplexität der Welt besser verstehen können. Daten seien vor allem für die Forschung wichtig, da sie Zusammenhänge aufzeigen können, die wir sonst nicht entdecken würden. In der Medizin, zum Beispiel, hätte eine Datenanalyse der Vitalfunktionen von Frühgeborenen dazu geführt, dass Mediziner Infektionen 24 Stunden vor dem Auftreten von Symptomen vorhersagen konnten. Mayer-Schönberger betont, dass der Fokus der Debatte nicht darauf liegen sollte, dass Daten überhaupt gesammelt werden, sondern vielmehr darauf, wie sie verwendet werden. Er zeichnet damit ein komplexeres Bild, das dem Leser ein besseres Verständnis von Daten und deren Verwendung gibt.

Hier entlang zum Originalartikel.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. Um tiefer in kontroverse Themen einzusteigen, empfehlen wir unsere Wochen-Debatten. Gestern erschien unsere aktuelle Debatte zur Frage, ob es gut ist, dass unsere Daten gesammelt werden.

Wer steckt dahinter?

Stephanie Berens
Kommt aus:Deutschland
Politische Position:Versteht sich als Feministin und interessiert sich für Gender und Queer Studies.
Arbeitet für/als:Studiert Amerikanistik im Master an der LMU München und ist Redakteurin bei The Buzzard.
Was Sie noch wissen sollten:Schreibt für das Münchner Studentenmagazin „unikat“ und hat bei The Buzzard sowie bei der Sedona Red Rock News in den USA Praktika absolviert.
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