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Was wissen Facebook und Co. über uns? Welche Rechte haben wir an unseren Daten? – Die wichtigsten Fakten auf einen Blick.
Was wissen Facebook und Co. über uns? Welche Rechte haben wir an unseren Daten? - Die wichtigsten Fakten auf einen Blick.

Welche Online-Dienste werden besonders häufig genutzt?

Spitzenreiter unter den genutzten Online-Diensten ist Google. Für April 2017 gibt das social media institute eine Nutzerzahl von 3,35 Milliarden Menschen an. Google steht damit konkurrenzlos an der Spitze aller Online-Dienste.

Unter den Kommunikationsplattformen ist WhatsApp am beliebtesten. Laut dem aktuellen „Trendmonitor Deutschland“ des Marktforschungsinstituts Nordlight Research halten fast zwei Drittel der Befragten WhatsApp für die wichtigste Plattform im Alltag. Facebook und YouTube folgen auf den Plätzen zwei und drei. Die Foto-Sharing-App Instagram ist gemessen an der Gesamtbevölkerung wenig populär. Lediglich unter den 14- bis 29-jährigen wird Instagram regelmäßig genutzt und schafft es auf ähnlich hohe Zahlen wie der Mutterkonzern Facebook.

Einen neuen Zweig von Online-Diensten bilden die Anbieter für Video-Streaming. Laut der aktuellen Onlinestudie von ARD und ZDF geben 23 Prozent der befragten Deutschen an, mindestens einmal pro Woche einen Videostreaming-Dienst wie Netflix oder Amazon zu nutzen. Das entspricht einem Anstieg um elf Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Die beliebtesten Plattformen sind dabei Youtube, Amazon Video und Netflix, ermittelte das TNS-Institut München.

Welche Daten geben wir preis? Welche Daten sammeln Facebook, WhatsApp und Co?

Den meisten Nutzern der Online-Plattformen ist nicht bewusst, welche Daten Facebook und Co abgreifen und speichern. Geregelt ist das in den AGB die jeder irgendwann bestätigt, aber wohl kaum jemals gelesen hat.

WhatsApp speichert die Daten, die der Nutzer selbst von sich Preis gibt, wie Telefonnummer, Status, Profilbild und Name. Es findet ein ständiger Abgleich mit den auf dem Smartphone gespeicherten Telefonnummern statt, um alle Kontakte über WhatsApp bereitstellen zu können. Zudem wird der Standort des Nutzers über GPS oder die Internetverbindung erkannt. So besteht die Möglichkeit zu erfassen, wann und an welchem Ort Nachrichten versendet oder Telefonate getätigt wurden. Der Inhalt von Nachrichten ist seit der Einführung der end-to-end-Verschlüsselung geschützt. Die Nachricht wird auf dem Gerät des Senders codiert und erst auf dem Empfängergerät decodiert. Nachrichten können zudem zwischengespeichert werden – allerdings nur bis der Empfänger sie erhalten hat.

Auch Facebook speichert sämtliche Informationen, die der Nutzer im Netz selbst über sich preisgibt. Dazu zählen neben Angaben, die auf den jeweiligen Profilen gemacht werden auch Likes, Kommentare, geschlossene Freundschaften, geteilte Bilder und Veranstaltungen, bei denen „interessiert“ oder „teilnehmen“ geklickt wird. Wer dauerhaft über das Smartphone bei Facebook eingeloggt ist, liefert dem Internetgiganten ein vollständiges Bewegungsprofil. Bei geposteten Bildern werden über die Metadaten ebenfalls Ort und Zeit der Aufnahme erfasst.

Besonders umstritten ist die Funktion der Gesichtserkennung. Diese Einstellung gibt es bereits seit 2011, für Europa war sie aber zunächst ausgesetzt. Jüngst fragte Facebook nun auch die europäischen Nutzer nach ihrer Zustimmung zur Gesichtserkennung. Das ermöglicht Facebook aus einzelnen Pixeln eine spezifische Kombination für ein Gesicht zu erstellen. Nachfolgend können alle Bilder auf Facebook nach eben diesem Gesicht durchsucht werden. Begründet wird die Funktion mit dem Sicherheitsaspekt, dass fortan jeder informiert werden könne, sobald ein Bild mit seinem Gesicht hochgeladen wird.

Welche Rechte haben die Online-Dienste an meinen geteilten Bildern?

Die Urheberrechte an einem geposteten Bild bleiben immer in der Hand des Profilbesitzers. Ansonsten haben Facebook und Co. einen großen Spielraum bei der Verwendung der geteilten Fotos. Sowohl Facebook, als auch Instagram lassen sich in den AGB das Recht einräumen, Fotos speichern und außerhalb der Plattformen verwenden zu dürfen. Das schließt einen Weiterverkauf zu kommerziellen Zwecken ein. Nach einer Kontolöschung behalten die Internetgiganten sämtliche Nutzungsrechte an den Fotos. Bei WhatsApp ist die Nutzung der Fotos undeutlich geregelt. Aus den AGB geht nicht klar hervor, ob das Nutzungsrecht für alle Bilder oder lediglich für das Profilbild des Nutzers gilt.

Was passiert bei einer Verknüpfung von Konten?

Insbesondere Facebook hat durch den Zukauf von Instagram und WhatsApp ein regelrechtes Datenimperium geschaffen. Die Daten zwischen den drei Pattformen werden ständig ausgetauscht. Facebook kann Profile durch WhatsApp-Daten vervollständigen, beispielsweise durch Zugriff auf Mobilfunknummern. Darüber hinaus nutzt Facebook Daten über die Dauer und Art der WhatsApp-Nutzung. Textnachrichten bei WhatsApp sind durch die end-to-end-Verschlüsselung vor Spähattacken von Facebook geschützt. Zudem gibt WhatsApp das Versprechen, dass Fotos, Nachrichten und Account-Informationen nicht öffentlich über Plattformen geteilt werden.

Welche Rechte habe ich selber an meinen Daten?

Wer wissen will, welche Daten Facebook und Co sammeln hat das Recht auf eine Datenauskunft. Nach Artikel 15 der europäischen Datenschutzgrundverordnung muss den Nutzern der sozialen Netzwerke mitgeteilt werden, ob ihre personenbezogenen Daten verarbeitet werden. Ist das der Fall, muss zudem offengelegt werden, zu welchem Zweck die Daten verarbeitet werden, an wen die Daten weiter gegeben werden und wie lange Daten gespeichert werden. Die gesammelten Daten können in Papierform oder elektronisch angefordert werden.

Einen solchen Antrag stellte auch die Journalistin Judith Duportail. Die Dating-Plattform „Tinder“ schickte daraufhin 800 Seiten zu ihrem Nutzungsverhalten, inklusive Chatverläufen und Altersstruktur der bevorzugten Männer. Angefordert wird die Datenauskunft per Mail oder postalisch. Für die Anfrage per Post gibt es ein vorbereitetes Formular, das nur noch ausgefüllt und abgeschickt werden muss.

Wer steckt dahinter?

Carolin Heilig
Kommt aus:geboren am Bodensee, wohnt in Leipzig
Politische Position:mochte Christian Linder und dessen Einstellung bis zum Ende der Jamaika-Verhandlungen
Arbeitet für/als:Nachwuchsjournalistin und Studentin an der Universität Leipzig
Was Sie noch wissen sollten:arbeitete bereits für das Hamburger Abendblatt und die Stuttgarter Zeitung
Lies The Buzzard ab sofort in deinem E-Mail Postfach. Nein danke

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