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Daten helfen uns, die Welt besser zu verstehen
Daten helfen uns, die Welt besser zu verstehen
( Link zum Originalbild | Urheber: PublicDomainPictures | Pixabay | CC0 Public Domain )

Das Argument in Kürze:

Daten sammeln ist gut. Denn durch Daten können wir die Komplexität der Welt besser verstehen, schreibt Viktor Mayer-Schönberger, der an der Universität Oxford lehrt. Daten seien vor allem für die Forschung wichtig, da sie Zusammenhänge aufzeigen können, die wir sonst nicht entdecken würden.

Der Fokus sollte auf der richtigen Verwendung von Daten liegen

Daten führen zu neuen Erkenntnissen, so Mayer-Schönberger im Interview mit der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG. Das sei vor allem für die Medizin wichtig: Neue Diagnosen könnten dadurch entwickelt werden, indem Forscher nicht nach Kausalzusammenhängen suchen, sondern nach Verbindungen in den Daten. Zum Beispiel hätte eine Datenanalyse der Vitalfunktionen von Frühgeborenen dazu geführt, dass Mediziner Infektionen 24 Stunden vor dem Auftreten von Symptomen vorhersagen konnten. Mayer-Schönberger betont, dass der Fokus der Debatte nicht darauf liegen sollte, dass Daten überhaupt gesammelt werden, sondern vielmehr darauf, wie sie verwendet werden.

„Indem wir erkennen, was passiert, lässt sich mit Big Data die Komplexität der Welt besser erfassen, und dabei detailreicher als das mit repräsentativen Stichproben möglich wäre. Insoweit ist Daten sammeln richtig.“

Warum wir den Beitrag empfehlen:

Die Datenschutz-Debatte dreht sich häufig um den Einzelnen und seine Privatsphäre. Mayer-Schönberger richtet jedoch den Fokus auf den Nutzen von Daten für die ganze Gesellschaft und deren Wohl. Er zeichnet damit ein komplexeres Bild, das dem Leser ein besseres Verständnis von Daten und der Möglichkeit ihrer Verwendung gibt.

Dieser Beitrag wird empfohlen von: Stephanie Berens

Wer steckt dahinter?

Viktor Mayer-Schönberger
Kommt aus:ursprünglich Österreich, lebt in England
Politische Position:Mayer-Schönberger setzt sich für das „Recht auf Vergessenwerden“ ein, wonach personenbezogene Daten nach einer bestimmten Zeit gelöscht werden sollen.
Arbeitet für/als:Professor für Internet Governance and Regulation am Oxford Internet Institute
Was Sie noch wissen sollten:Mayer-Schönberger hat an der Universität Salzburg und an der Harvard Law School Rechtswissenschaften studiert. 1986 gründete er die Software-Firma „Ikarus“, die er 1992 verkaufte. Heute berät er Unternehmen, Regierungen und internationale Organisationen. Er ist Autor des Buches „Big Data: Die Revolution, die unser Leben verändern wird“.
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