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Das Sammeln von Daten dient dem Gemeinwohl
Das Sammeln von Daten dient dem Gemeinwohl

Das Argument in Kürze:

Viele Menschen stört, dass persönliche Daten im Internet oft vor allem zu Werbezwecken genutzt werden. Einmal ein Handy im Internet angeschaut, wird das Produkt auf anderen Internetseiten wieder und wieder angezeigt. Was aber, wenn die Daten, die man preisgibt, nicht dem Konsum, sondern sozialen Zwecken dienen? Die Kommunikations- und Politikwissenschaftlerin Seeta Peña Gangadharan sieht genau darin ihr Potenzial.

Dafür gibt sie in ihrem Gastbeitrag im GUARDIAN konkrete Beispiele von gemeinnützigen und profitorientierten Unternehmen, die explizit zu einem sozialen Zweck Daten sammeln und verwerten.

Die NGO„Ushahidi” etwa sei gegründet worden, um nach Wahlen in Kenia Meldungen von Einzelpersonen über gewalttätige Auseinandersetzungen zu kartografieren. So konnten anschließend gezielt Spenden in die Unruheregionen geleitet werden.

Eine andere NGO namens „Data Kind” fördere die Zusammenarbeit zwischen Daten-Wissenschaftlern und zivilgesellschaftlichen Gruppen,  schreibt Peña Gangadharan. In Workshops etwa habe man mit der Weltbank Datensätze ausgewertet, die letztlich in der Korruptionsbekämpfung zum Einsatz kommen:

„Sie arbeiten lokal und global, um eine neue Generation von Daten-Wissenschaftlern zu fördern, die sozial denken.”

Nach diesen Vorbildern könnten Daten in viel größerem Umfang dem Gemeinwohl dienen, meint die Autorin. Dafür müssten aber mehr Unternehmen und Organisationen innovativ denken, offen sein und das Recht auf Privatsphäre respektieren.

„‘Big data’ ist heutzutage überall. Werden die Instrumente umfangreicher – und fachspezifischer – eingesetzt, um daraus Rückschlüsse zu ziehen, und variiert die Art der Daten, die man analysiert, steigt die Möglichkeit, ‘big data’ für das Gemeinwesen zu nutzen.”

Warum wir diesen Artikel empfehlen:

Auch wenn Peña Gangadharan nur sehr kurz auf die einzelnen sozialen Projekte eingeht, bietet ihr Text interessante Beispiele für den gesellschaftlichen Nutzen, den das Datensammeln haben kann. 

Dieser Beitrag wird empfohlen von: Clara Lipkowski

Wer steckt dahinter?

Seeta Peña Gangadharan
Kommt aus:London
Arbeitet für/als:Wissenschaftliche Mitarbeiterin (assistant professor) an der Fakultät für Medien und Kommunikation an der London School of Economics. Zuvor war sie Forschungsbeauftragte am “Open Technology Institute” der New America Foundation, einem US-amerikanischen Think Tank. In dieser Funktion hat sie den oben zitierten Text verfasst. Dieser Think Tank wird von Medien im linken bis gemäßigtem politischen Spektrum eingeordnet.
Was Sie noch wissen sollten:Peña Gangadharan ist spezialisiert auf Kommunikationsrecht, Kommunikationstechnologien und Data-Profiling.
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