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Wer mit Putin verhandeln will, muss an den Sanktionen gegen Russland festhalten.
Wer mit Putin verhandeln will, muss an den Sanktionen gegen Russland festhalten.

Guten Morgen,

gleich zwei Blumensträuße zogen in den zurückliegenden Tagen die mediale Aufmerksamkeit auf sich: natürlich der britisch-royale Brautstrauß, aber auch das Bouquet, das Bundeskanzlerin Angela Merkel von Wladimir Putins zur Begrüßung überreicht bekam. Die beiden trafen sich in Sotschi zum persönlichen Gespräch und betonten ihre Dialogbereitschaft.

Manche journalistischen Beobachter kommentierten danach Merkels Verhandlungsstil; andere fragten nach möglichen neuen Allianzen, nachdem die USA für viele europäische Staaten – durch Strafzölle und die Absage an die Iran-Vereinbarung – als Partner weniger attraktiv erscheinen. Der frühere SPD-Chef Hans-Joachim Vogel brachte den zuletzt häufig kritisierten Amtsvorgänger Merkels, Gerhard Schröder, als hilfreiche Verbindungsperson ins Gespräch.

Sollten Europas führende Politiker also wieder stärker auf den Kreml-Chef zugehen? Sollten möglicherweise auch die Sanktionen gegen Russland gelockert oder gänzlich aufgehoben werden, um die Beziehungen zu Putin wieder zu verbessern?

Wir empfehlen einen Beitrag, der die Sanktionspolitik anders beleuchtet: Sabine Fischer und Janis Kluge, Osteuropa-Experten bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), betonen darin, dass Sanktionen gegen und Dialog mit Russland sich keineswegs gegenseitig ausschließen. Vielmehr seien die Sanktionen weiterhin ein wichtiges Druckmittel, um Moskau an den Verhandlungstisch zu bringen. Kritiker der Sanktionen wären daher gut beraten, sich die möglichen Folgen eines Sanktionsabbaus zu vergegenwärtigen – gerade mit Blick auf die Politik der USA: „Statt Sanktionen pauschal in Frage zu stellen, sollten sie lieber alles daransetzen, die maß- und sinnvolle Sanktionspolitik der EU vor der Entwertung durch die neuen amerikanischen Sanktionen zu schützen. Ausschweifende Amerika-Kritik ist dabei nicht das Mittel der Wahl. Es gilt vielmehr, Washington bei den Sanktionen wieder mit ins Boot zu holen.“

Hier entlang zum Originalartikel.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. Um tiefer in kontroverse Themen einzusteigen, empfehlen wir unsere Wochen-Debatten. Eine Debatte zu Putins Russland findet sich hier.

Wer steckt dahinter?

Frank Kaltofen
Kommt aus:Immer Thüringer gewesen, jetzt in Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteur in verschiedenen Kontexten
Was Sie noch wissen sollten:Studierter Politikwissenschaftler und jetzt Schreiberling. Interessiert an Menschen und ihren Geschichten. Schreibt seit 2007, am liebsten über Kulturelles & Zeitgeschichtliches.
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