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Die Regierung in Teheran exportiert seit Jahren Terror in die gesamte Region
Die Regierung in Teheran exportiert seit Jahren Terror in die gesamte Region
( Link zum Originalbild | Urheber:upyernoz | flickr | CC BY 2.0 )

Das Argument in Kürze

Der Iran beeinflusst viele Konflikte im Nahen Osten, indem er militante schiitische Gruppen unterstützt, schreiben Colin Clarke und Phillip Smyth in ihrer Analyse für die Monatszeitschrift CTC Sentinel, die vom Combating Terrorism Center der US-Militärakademie in West Point herausgegeben wird. So habe sich ein länderübergreifendes Netzwerk entwickelt, mit dem der Iran versuche, seine Interessen in der Region gewaltsam durchzusetzen.

Rekrutierung und Ausrüstung kampferfahrener Milizen

Die Autoren beschreiben, dass Irans Zusammenarbeit mit und Rekrutierung von schiitischen Milizen seit Jahren zunimmt. Damit wolle Teheran die Vormachtstellung in der Region gewinnen – gegen den sunnitischen Feind Saudi-Arabien.

Ganz neu ist dieses Phänomen nicht: Seit über 30 Jahren unterstützt der Iran bereits die Hisbollah im Libanon. Nach dem Vorbild der Hisbollah, die der Iran von einer ungeordneten Miliz zu einer schlagkräftigen Organisationen transformiert hat, baut er auch in der Gegenwart weitere Milizen in der Region auf. Sie agieren dann, so Clarke und Smith, als verlängerter Arm Teherans, beispielsweise in Syrien, im Irak oder im Jemen.

Durch vom Iran bereitgestellte Ausbildung, Infrastruktur und Equipment (darunter auch Raketen, gepanzerte Fahrzeugen und sogar Drohnen) konnten sich diese kampferfahrenen Milizen zu bedeutenden Kriegsakteuren entwickeln. Damit forcierten sie auch den Rückzug der US-Truppen aus der Region – vor allem aus dem Irak und Afghanistan – was dem Iran als potenzieller Regionalmacht sehr gelegen komme.

Neben der US-Besatzung des Irak sehen die Autoren vor allem den Konflikt in Syrien als Katalysator für die iranische Expansion:

„Since the beginning of the civil war in Syria, Iran has grown closer to Russia, while also seeking rapprochement with groups it once clashed with, including the Afghan Taliban and Hamas, highly capable non-state actors locked in conflict with the United States and Israel, respectively.“

Warum wir den Artikel empfehlen

Wer den Text liest, lernt, wie viele unterschiedliche Milizen insbesondere in Syrien aktiv sind und wie der Iran zu ihnen steht. Die Autoren berufen sich dabei auf viele externe Quellen und Expertisen; so gibt der Artikel zahlreiche Anknüpfungspunkte für inhaltliche Vertiefung.

Dieser Beitrag wird empfohlen von: Frank Kaltofen

Wer steckt dahinter?

Colin P. Clarke & Phillip Smyth
Arbeitet für/als:Clarke ist Politikwissenschaftler beim Thinktank RAND Corporation, der die amerikanischen Streitkräfte, aber auch andere Organisationen berät. Schwerpunkt seiner Forschung ist transnationaler Terrorismus. Smyth ist Fellow am Washington Institute for Near East Policy, das als pro-israelisch gilt, und ist auf schiitische Milizen spezialisiert.
Was Sie noch wissen sollten:Das Combating Terrorism Center gehört zum akademischen Bereich der United States Military Academy (USMA) in West Point, New York und ist eine interdisziplinäre Bildungs-, Forschungs- und Politikanalyse-Einrichtung. Es wurde 2003 mit privaten Geldern ehemaliger Kadetten gegründet. In der Selbstbeschreibung des CTC heißt es: „We are committed to producing objective, rigorous, and policy-relevant research that applies theory to practice, informs strategic counterterrorism thinking, and moves the boundaries of academic knowledge.“
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