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Der Iran ist keine Bedrohung für die Region, sondern handelt defensiv
Der Iran ist keine Bedrohung für die Region, sondern handelt defensiv

Das Argument in Kürze:

Der Iran ist nicht gefährlich, sagt der US-amerikanische Historiker und Journalist Gareth Porter im Interview mit dem arabischen Nachrichtensender AL JAZEERA. Die iranische Haltung zu Atomwaffen während des Irak-Kriegs in den 1980er Jahren zeige, dass der Iran keine aggressiven Absichten verfolge.

Das iranische Raketenprogramm dient nur der Abschreckung

Die höchste Autorität der Islamischen Republik, Ruhollah Chomeini, habe Atomwaffen während des Krieges mit dem Irak in den 1980er Jahren scharf verurteilt, weil deren Einsatz gegen die Dogmen des Islams verstoße. Porter argumentiert, dass es wichtig sei, diese Einstellung in Betracht zu ziehen, wenn man die iranische Haltung bezüglich Nuklearwaffen verstehen will. Der Journalist sagt auch, dass der Iran sein Raketenprogramm lediglich als Abschreckung gegen Israel und Saudi Arabien verwende. Da der Iran keine schlagkräftige Luftwaffe habe, müsse er sich schließlich im Ernstfall verteidigen können.

Außerdem habe der Iran Israel nie mit einem Angriff gedroht, sondern lediglich das vom Staat Israel begangene Unrecht verurteilt: „What they have said is that Israel should cease to exist as a state in which only Jews have full rights, just as South Africa had to cease to exist as a state for whites. It is the same position taken by supporters of Palestinian rights around the world.“

Warum wir den Beitrag empfehlen:

AL JAZEERA wurde schon mehrfach dafür kritisiert, keine neutrale Berichterstattung zu leisten, sondern eindeutig Partei zu ergreifen. Trotzdem ist dieser Beitrag interessant. Denn während die meisten Medienstimmen die vermeintlich vom Iran ausgehende Gefahr nicht mehr hinterfragen, kritisiert Porter die Grundannahmen, auf denen diese weit verbreitete Meinung basiert.

Dieser Beitrag wird empfohlen von: Stephanie Berens

Wer steckt dahinter?

Gareth Porter
Kommt aus:USA
Politische Position:Während des Vietnamkriegs war Porter als Antikriegsaktivist tätig.
Arbeitet für/als:Historiker, Journalist
Was Sie noch wissen sollten:Porter hat sich auf die Analyse der US-amerikanischen nationalen Sicherheit spezialisiert. 2012 wurde er mit dem Martha Gellhorn-Preis für Journalismus ausgezeichnet, der Berichterstattung würdigt, die offizielle Propaganda enthüllt. Porter ist Autor des Buches „Manufactured Crisis: The Untold Story of the Iran Nuclear Scare“.
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