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Der Iran – Freunde, Feinde und das Atomabkommen: Die Fakten im Überblick.
Der Iran - Freunde, Feinde und das Atomabkommen: Die Fakten im Überblick.

Wen unterstützt der Iran außenpolitisch?

  • Syrien: Das Assad-Regime wird von Teheran mit Waffen und Milizen unterstützt. Zudem unterhält der Iran nach Angaben der BBC Militärbasen im Land. Der Grund für diese Zusammenarbeit ist unter anderem religiös begründet: Das Assad-Regime in Damaskus gehört zur Glaubensgruppe der Alawiten, welche Teil der schiitischen Glaubensrichtung im Islam sind. Die Mehrheit der syrischen Bevölkerung ist jedoch sunnitisch. Der schiitische Iran hat deshalb ein großes Interesse daran, das syrische Regime zu stützen.
  • Hisbollah: Auch, weil Syrien für den Iran eine Art Basis ist, um die schiitischen Hisbollah im Libanon zu stützen. Würde das Regime in Damaskus stürzen, bräche die strategisch wichtige „schiitische Achse“, die vom Iran, dem mehrheitlich schiitischen Irak über Syrien bis zur Hisbollah im Libanon reicht. In seiner Rolle als „Schutzmacht der Schiiten“ unterhält oder unterstützt der Iran zudem in vielen Ländern (schiitische) Organisationen und Milizen.
  • Hamas: Gegen Israel gerichtet wird zudem die Hamas in Gaza unterstützt.

 

Wer sind außenpolitische Verbündete des Irans?             

 Weitere außenpolitische Alliierte des Iran sind unter anderem:

  • Die Türkei, welche trotz ideologischer Differenzen wirtschaftlich enger mit dem Iran zusammenarbeiten will und im Syrien-Krieg mit Russland und dem Iran stellenweise kooperiert.
  • Russland, das den Iran als Verbündeten gegen den Westen unterstützt und dabei hilft, das Assad-Regime zu stützen.
  • China, das dem Iran nach der Aufkündigung des Atomabkommen Hilfe zusagte, was unter anderem daran liegen dürfte, dass der Iran für das Seidenstraße-Projekt Chinas wichtig ist.

Enge Beziehungen gibt es zudem zu:

Diese Kooperationen haben also unterschiedliche Gründe: Wahrung des eigenen Einflusses in der Region, engere Handelsbeziehungen, langfristige geopolitische Strategien.

 

Welche Akteure sind die wichtigsten Gegner des Iran?

Mittels einer expansionistischen Außenpolitik arbeitet das iranische Regime daran, seinen Einfluss in der Region auszubauen, um eine schiitische Ausrichtung des Islams durchzusetzen. Entsprechend lassen sich Alliierte und Gegner des Iran in der Region teilweise auch nach religiösen Strömungen trennen.

  • Saudi-Arabien: Größter Gegner des Iran ist das sunnitische Saudi-Arabien, das seine Führungsrolle in der islamischen Welt durch den Iran in Gefahr sieht und in diesem Zusammenhang auch die arabischen Golfstaaten hinter sich vereint, um gegen den Iran zu agieren. Zwischen diesen zwei Staaten zeigt sich auch der derzeit schärfste sunnitisch-schiitische Konflikt in der islamischen Welt im Jemen.
  • Jemen: Dort wurde 2015 eine Militärintervention von Saudi-Arabien angeführt, um den jemenitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi gegen die – aus dem Iran unterstützen – schiitischen Huthi-Rebellen zu unterstützen. Im Jemen kämpfen der Iran und Saudi-Arabien somit nicht nur für oder gegen Abed Rabbo Mansur Hadi, sondern auch um die Macht in der Region.
  • Marokko: Der Kampf um die Region zeigt sich auch in Marokko. Dort soll der Iran nach Aussage der Regierung in Marokko mit Hilfe der Hisbollah die sogenannte Befreiungsorganisation Polisario mit Waffen beliefert haben, um das Land zu destabilisieren. Marokko hat daraufhin in diesem Monat die diplomatischen Beziehungen zum Iran abgebrochen.
  • USA: Präsident Donald Trump hat die Aufkündigung des Atomvertrags direkt verknüpft mit der Ankündigung neuer scharfer Sanktionen gegen das Regime in Teheran. Sein neuer Sicherheitsberater, der US-Diplomat John Bolton, ist zudem Anhänger eines „Regime Change“ im Iran und gilt generell als Anhänger einer aggressiven Außenpolitik.
  • Israel: Dieser harte Kurs wird unterstützt von Israel, das sich durch den Iran in seiner Existenz bedroht sieht, da der Iran das Existenzrecht Israels nicht anerkennt. Neben der Unterstützung für den neuen Kurs der US-Administration greift Israel deshalb auch immer wieder militärisch in der Region ein, wenn sich die israelische Regierung unter Netanjahu bedroht fühlt.

 Der Iran - Freunde, Feinde und das Atomabkommen: Die Fakten im Überblick.

Atomkraft? Jein, danke! (Quelle: Splash).

 

Was sind die Fakten zum Atomdeal?

2015 konnten sich die fünf UN-Vetomächte und Deutschland nach 12 Jahren Verhandlungen mit dem Iran auf ein Atomabkommen einigen, das den Iranern die zivile Nutzung der Atomtechnologie erlaubte, zugleich aber die Entwicklung von Atomwaffen verhinderte. Vorausgegangen waren diesen Verhandlungen harte Sanktionen der USA, der EU und der UN, um den Iran zur Aufgabe seines Atomprogramms zu zwingen.

Das 159-seitige Papier („Joint Comprehensive Plan of Action“) wurde am 14.Juli 2015 offiziell, zugleich einigte sich der Iran mit der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) auf einen Fahrplan zur Klärung offener Fragen rund um das Atomprogramm. Grundsätzlich einigte man sich darauf, dass der Iran seine Urananreicherung für bis zu 25 Jahre durch die IAEA beschränken und kontrollieren lasse.

Die Sanktionen wurden in diesem Zusammenhang erst aufgehoben, nachdem die IAEA überprüft hatte, ob der Iran tatsächlich alle Vorgaben umgesetzt hatte, welche beschlossen wurden. Dies war im Januar 2016 der Fall und der Vertrag konnte endgültig umgesetzt werden („Implementation Day“).

Seitdem war es dem Iran erlaubt, Uran in geringen Mengen anzureichern, wobei die Menge an Uran-Beständen und Zentrifugen stark reduziert werden musste. Die IAEA hatte zudem die Möglichkeit, Zugang zu iranischen Einrichtungen zu beantragen, um Kontrollen durchzuführen.

Donald Trump und Benjamin Netanjahu befürchten nun insbesondere, dass das Abkommen den Bau einer iranischen Atombombe nicht verhindere, sondern nur aufschiebe, was angesichts der aggressiven Expansionspolitik des Iran nicht akzeptiert werden könne. Untermauert wurde dieses Argument mit dem Verweis auf das separat laufende iranische Raketenprogramm und die iranische Unterstützung mutmaßlicher Terrorgruppen, die den USA und Israel zumeist feindlich gesinnt seien.

Auch die EU kritisierte das iranische Raketenprogramm und warnte bereits vor neuen Sanktionen, wollte allerdings nicht das Atomabkommen aufkündigen. Damit drohten eher die Iraner im Falle von neuen Sanktionen.

Wer steckt dahinter?

Cem Dursun
Kommt aus:geb. in Berlin, wohnhaft in Leipzig
Politische Position:Mitte-Links
Arbeitet für/als:Recruiter
Was Sie noch wissen sollten:M.A. Politikwissenschaften, B.A. Soziologie
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