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Trump hat recht, wenn er das Atomabkommen mit dem Iran als schlechten Deal kritisiert
Trump hat recht, wenn er das Atomabkommen mit dem Iran als schlechten Deal kritisiert

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

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Donald Trump hatte es spannend gemacht und seine Entscheidung über die Zukunft des Atom-Abkommens mit dem Iran für vergangenen Dienstagabend (deutscher Zeit) angekündigt. Bald sickerte seine Entscheidung über die NEW YORK TIMES durch, da war klar, die USA würden aus dem „Atom-Deal“ aussteigen. Trump legte nach und drohte Teheran am Mittwoch mit „sehr ernsten Konsequenzen“, sollte die Regierung nun nicht weiter verhandeln.

Verschiedene Medien berichteten darüber, dass Deutschland, Frankreich und Großbritannien am „Atom-Deal“ festhalten wollen. Das würde bedeuten, dass auch die Sanktionen ausgesetzt blieben. Eine geschlossene Haltung der westlichen Staaten, Chinas und Russlands ist nun allerdings passé: Trump setzt voll auf Sanktionen, was der US-Botschafter in Deutschland am Mittwoch bekräftigte. Der Tenor in den Medien war auch am Mittwoch weitgehend kritisch gegenüber Trump: Es sei gefährlich, dass er das Atom-Abkommen aufkündigt.

Der Journalist Robert Chatterjee aber meint in seinem Beitrag auf ZENITH gerade die Sanktionsaufhebungen hätten die Revolutionsgarden im Iran gestärkt – und so die Bedrohung, die vom Iran für die gesamte, von Konflikten gezeichnete Region ausgeht, erhöht. Eigentlich habe das Abkommen bislang das Gegenteil erzielen sollen. Stattdessen „steht die Islamische Republik heute an vorderster Front einer regionalen Krise.“ Die Revolutionsgarden indes, die Chatterjee als „Triebfeder des iranischen Ausgreifens in der Region“ bezeichnet, seien nun so einflussreich, dass Außenstehende mitunter verwirrt darüber seien, wer im Iran denn nun den außenpolitischen Kurs bestimme – sie selbst und Revolutionsführer Ali Khamenei oder doch Außenminister und Präsident.

Chatterjee zeigt aber auch einen klaren Vorteil der Lockerung der Sanktionen: Somit könnten die Hardliner im Iran nicht argumentieren, dass die wirtschaftlich desolate Lage eine Folge der westlichen Blockade ist, sondern sehen sich selbst zunehmend in der Kritik.

Hier entlang zum Original-Artikel.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. Wir empfehlen auch unsere Wochendebatte zur Frage: Sollte der Westen stärker mit dem Iran kooperieren?

Wer steckt dahinter?

Clara Lipkowski
Kommt aus:Gebürtig aus Essen, aktuell in Bayern
Arbeitet für/als:Freie Journalistin
Was Sie noch wissen sollten:Lebte studiumsbedingt in Düsseldorf, Berlin und St. Petersburg. Nun berufsbedingt in München. Interessiert am politischem Weltgeschehen, Sprachen, Kultur und der russischen Weite.
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