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Deshalb hat Hisbollah die Parlamentswahl im Libanon gewonnen
Deshalb hat Hisbollah die Parlamentswahl im Libanon gewonnen

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen, 

die schiitische Hisbollah und ihre Verbündeten haben diese Woche die erste libanesische Parlamentswahl seit neun Jahren gewonnen. Die Organisation, die von den USA als Terrorbewegung bezeichnet werden, haben nun die Mehrheit im libanesischen Parlament. Der amtierende Ministerpräsident Saad Al-Hariri bleibt jedoch vorraussichtlich im Amt, da laut Wahlrecht stets ein Sunnit Ministerpräsident sein muss.

Deutsche Journalisten diskutieren nun darüber, was dieser Sieg für die Zukunft des Landes bedeutet. So ist SPIEGEL ONLINE Journalist Christoph Reuter der Meinung, die Parlamentswahl hat zwar das Kräfteverhältnis zwischen den beiden großen Blöcken etwas verschoben. An den großen Problemen des Landes wie marode Strom- und Wassernetze oder korrupte Staatsdiener ändere die Abstimmung aber nichts. Auch an der grundsätzlichen Machtstruktur des Libanons wird sich durch das Wählervotum wenig ändern, schreibt ZEIT ONLINE. Grund hierfür ist, dass in dem multireligiösen Staat alle wichtigen Ämter bereits vorab per Verfassung verteilt sind. Auch für den Machtkampf zwischen dem Iran und Saudi-Arabien spiele der Wahlausgang ebenfalls keine bedeutende Rolle, findet Achim Vogt, Landesvertreter der Friedrich-Ebert-Stiftung im Libanon. „Ein glatter Siegeszug [des Irans] sehe anders aus„.

Was die Kommentatoren in Deutschland bisher ignorieren, ist jedoch die Frage, wie es zu dieser Machtverschiebung im Lebanon kommen konnte, warum die Hisbollah die Parlamentswahl gewinnen konnte. Im diesem Zusammenhang möchten wir einen Beitrag von David Kenner in THE ATLANTIC empfehlen. Er stellt fest, dass die Kampagnen-Rhetorik der Hisbollah sich diesmal grundlegend geändert habe. Sie konzentriere sich nun vor allem auf die ökonomische Entwicklung des Landes sowie die Bekämpfung von Korruption.

„The weakness of the Lebanese state provides Hezbollah with a trump card, allowing it to portray itself as the only power that can protect its supporters from internal and external enemies”.

Hier entlang zum Originalartikel.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Olga Osintseva
Kommt aus:Russland
Politische Position:Bezeichnet sich selbst als mitte-links
Arbeitet für/als:Arbeitet als Redakteurin bei The Buzzard und als Event- und Community-Managerin beim Strascheg Center For Enterpreneurship in München
Was Sie noch wissen sollten:Osintseva hat 2015 ihren Master in Politikwissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg abgeschlossen. Sie kommt aus Russland und lebt mittlerweile seit vier Jahren in Deutschland.
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