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Medien zensieren sich selbst
Medien zensieren sich selbst

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

 

Guten Morgen,

gestern war der internationale Tag der Pressefreiheit. In der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen (ROG) ist Deutschland aktuell auf Platz 15, Nordkorea auf Platz 180, dem letzten in der Liste. Der Verein kritisiert, dass sich die Lage der Pressefreiheit in Europa massiv verschlechtert habe. Journalistinnen und Journalisten seien dort zunehmend medienfeindlicher Hetze durch Regierungen oder führende Politiker ausgesetzt.

Viele Medien kritisieren die „Einschränkung der Pressefreiheit“. Vielen Menschen scheine nicht bewusst zu sein, „dass auf diese Weise ein zentraler demokratischer Grundwert ins Wanken geraten könnte“, schreibt der TAGESSPIEGEL. In Deutschland habe sich die Stimmung verändert, schreibt der SPIEGEL. „Journalisten werden angegriffen, ihnen wird unterstellt, Informationen zu unterdrücken, Recherchen zu manipulieren oder auf Geheiß Angela Merkels zu agieren.“

Matthias Heitmann formuliert in einem Artikel für das Magazin CICERO eine andere These: „Auch die Medien selbst bedrohen die Presse- und Meinungsfreiheit.“ Sie zensieren sich selbst, schreibt Heitmann, indem sie Positionen außerhalb des politischen Mainstreams immer mehr ausschließen. Und die Diskussion darum, was man dürfe und was nicht, werde hauptsächlich von Akademikern geführt.

„Mediennutzer tauchen in dieser Auseinandersetzung nicht mehr als die tatsächlichen Entscheider auf, sondern als einzuhegende und anzuleitende Masse. Dass gerade sie die Freiheit haben sollten, selbst zu entscheiden, was sie lesen, hören oder sehen möchten und was nicht, ist in dem auf Begrenzungen und Verbote ausgerichteten Mediendenken nicht einmal mehr eine Fußnote wert.“

Hier entlang zum Original-Artikel.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. Um tiefer in kontroverse Themen einzusteigen, empfehlen wir unsere Wochen-Debatten. Zum Beispiel zur Frage: NetzDG: Ist jetzt die Meinungsfreiheit in Gefahr?

 

 

Wer steckt dahinter?

Katharina Mau
Kommt aus:München
Politische Position:interessiert sich für nachhaltigeres Wirtschaften und den ökologischen Fußabdruck
Arbeitet für/als:Freie Journalistin
Was Sie noch wissen sollten:Katharina dachte lange, sie sei zu introvertiert, um Journalistin zu werden. Inzwischen lernt sie an der Deutschen Journalistenschule und schreibt unter anderem für Jetzt.de, die dpa und Orange, das Jugendformat des Handelsblatts. Sie verzichtet auf Plastiktüten und kauft Bio-Käse, isst aber manchmal Avocados aus Chile.
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